Mangel an Vitamin D könnte Demenz auslösen


© Peter Maszlen - Fotolia.com

Als Ergebnis der aktuellen Studie eines internationalen Teams um den Forscher David J. Llewellyn an der britischen University of Exeter wurde festgestellt, dass sich im Alter das Demenz-Risiko bei Vitamin-D-Mangel erhöht. Dabei stellte sich heraus, dass die Erkrankungsgefahr bei einem starken Mangel an diesem Vitamin über doppelt so hoch ist als bei einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung. Das renommierte Fachmagazin „Neurology“ veröffentlichte die Untersuchungsergebnisse. Demnach scheint Demenz mit dem „Sonnenschein – Vitamin“ deutlich stärker als bisher vermutet in Zusammenhang zu stehen.

Die von den Forschern ausgelöste Langzeitstudie erstreckte sich über 6 Jahre. Dabei begleiteten sie über 1.600 Senioren ab 65 Jahren. Llewellyn und seine Mitarbeiter bestätigten, dass keiner der teilnehmenden Probanden am Anfang der Studie an Herzkreislaufkrankheiten, Altersdemenz oder an Folgen von einem Schlaganfall litten. Auch waren noch alle ohne Hilfsmittel gut zu Fuß. Bei über 10 % der Probanden wurden jedoch in den folgenden Jahren die ersten Anzeichen einer Demenz registriert. Besonders auffällig trat der Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel in Erscheinung.

In „Neurology“ berichten die Wissenschaftler, dass sie die Ergebnisse überrascht haben: Der erwartete Zusammenhang zwischen dem Risiko für Demenz und Alzheimer mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel war viel stärker als angenommen – nämlich doppelt so hoch. Sogar nur ein leichter Mangel an Vitamin D erhöhte das Risiko, an Demenz zu erkranken etwa um die Hälfte im Vergleich mit den Probanden, die mit Vitamin D gut versorgt waren. Sogar ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko zeigten die Probanden mit einem starken Mangel an Vitamin D. Zudem ermittelten die Wissenschaftler 50 Nanomol/Liter als Untergrenze und Mindestkonzentration für die Gesunderhaltung des Geistes im Alter. Dieser Wert ist durchaus schwierig zu erreichen, da die Vitamin-D-Produktion im Körper altersgemäß nachlässt.

Allerdings ist der Körper in der Lage, aus anderen Quellen Vitamin D aufzunehmen: Fettreicher Fisch (Aal, Lachs, Thunfisch, Hering), pflanzliche Lebensmittel (Steinpilze, Morcheln, Avocados) oder Nahrungsergänzungsmittel. Studienleiter David J. Llewellyn erläutert, dass dafür noch in klinischen Studien geforscht werden müsse, um beweisen zu können, dass durch oben genannte Nahrungsaufnahmen und Vitamin-D-Präparate Demenz und Alzheimer aufgehalten oder gar verhindert werden könnten.

Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass voreilige Schlüsse fehl am Platz seien, obwohl die aktuelle Studie den Zusammenhang zwischen Mangel an Vitamin D und dem Risiko, an Demenz zu erkranken ein überraschend deutliches Ergebnis zeige. Llewellyn und seine Kollegen sind der Meinung, ein niedriger Vitamin-D-Spiegel muss nicht zwangsläufig Demenz auslösen. Zum Beispiel könnte stattdessen ein Defizit an Vitamin D nicht die Ursache von Demenz sondern eine Folge davon sein.

Zudem wird ein Mangel an Vitamin D mit weiteren unterschiedlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Deshalb ist es wichtig, den Zustand möglichst früh festzustellen, um gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein anhaltendes Defizit an Vitamin D kann mögliche Folgen haben, wie beispielsweise Knochenerweichung (Osteomalazie), die Knochenbildung kann beeinträchtigt sein oder gar Knochenschwund (Osteoporose) eintreten. Das offenbar stark erhöhte Risiko, an Demenz zu erkranken, kommt noch hinzu.

 

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 07.09.2014 - 15:43 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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