Sarkasmus für Senioren oft schwer erkennbar


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In einer aktuellen Untersuchung wird behauptet, dass Menschen ab ihrem 65. Lebensjahr Schwierigkeiten mit sarkastischen Bemerkungen haben. Ältere Menschen könnten schlechter Sarkasmus erkennen und verstehen, er kommt bei ihnen einfach nicht an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Forschern der Universität Aberdeen. In dem Journal „Developmental Psychology“ wurden die Untersuchungsergebnisse der Experten veröffentlicht.

Zu diesem Thema wird in der neuen Untersuchung behauptet, dass beispielsweise für Rentner die Mimik anderer Menschen schwerer lesbar sei, dass sie Probleme haben, sarkastische Bemerkungen richtig einzuordnen und   die wahren Aussagen nicht richtig erkennen. Die Forscher erläutern das folgendermaßen: Oft würden ältere Menschen die Welt durch eine rosarote Brille betrachten, meist glauben sie an das Gute im Menschen, was es ihnen fast unmöglich mache, Sarkasmus zu erkennen. Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie 116 männliche und weibliche Probanden. Ihre Aufgabe bestand darin, Filme anzusehen. Diese beinhalteten alltägliche Gespräche zwischen Eheleuten und Freunden. Die Probanden sollten danach erklären, was zu sehen gewesen war und zu einzelnen Situationen mussten Fragen beantwortet werden. Auf diese Art wollten die Forscher feststellen, ob Sarkasmus erkannt worden ist – oder auch nicht.

Alle Probanden, die freiwillig an der Studie teilnahmen, waren in einem Alter von 18 bis 86 Jahren. Die Forscher meinten, dass die Antworten zeigen würden, dass Menschen über 65 Jahre Sarkasmus schwer verstehen könnten. Alle Probanden erkannten Situationen ohne Sarkasmus gleich gut. Die Mimik ihrer Mitmenschen zu deuten fiel allerdings älteren Menschen deutlich schwerer und sie könnten somit Sarkasmus nicht so gut erkennen. Meist tendieren Rentner außerdem dazu, alles positiver zu betrachten. Vermutlich stellt diese Fähigkeit sicher, dass der ältere Mensch nicht durch unzählige Tragödien in seinem langen Leben überwältigt wird, so die Experten.

So sei zu erkennen, dass eine positive Lebenseinstellung zum „Überhören“ von Sarkasmus führt. Psychologe Professor Louise Phillips sagt, dass unerkannter Sarkasmus, auf den nicht angemessen reagiert werden kann, im Alter unsere Freundschaften und Beziehungen beeinflussen könnte. Auch sei es schwieriger geworden, Sarkasmus schriftlich zu formulieren. Bekannt ist bereits, dass es gerade für alternde Menschen wertvoll ist, in soziale Interaktionen einbezogen zu werden. Deshalb sei es äußerst interessant, wie das normale Altern unsere Fähigkeiten beeinflussen könnte, solche soziale Signale wie den Sarkasmus zu erkennen, so Professor Phillips. Es könnte aber in manchen Situationen auch von Vorteil sein, Sarkasmus nicht zu erkennen: Oftmals kann er beleidigend und böse gemeint sein. Ältere Menschen haben oftmals eine positivere Lebenseinstellung als jüngere Menschen, zum „Überhören“ eines sarkastischen Untertons könne dies beitragen, erklärt der Professor. In zukünftigen Forschungen wollen die Wissenschaftler feststellen, ob die bei älteren Menschen mangelnde Wertschätzung von Sarkasmus auch bedeutet, dass von ihnen weniger Sarkasmus angewendet wird.

 

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 19.01.2016 - 18:19 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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