Cannabis als Ersatz für verschreibungspflichtige Medikamente


© Michele Paccione - fotolia.com

Aktuell wurde eine Studie begonnen, die untersuchen soll, in wie weit medizinischer Cannabis in der Lage ist, verschreibungspflichtige Opioide bzw. Opiate zu ersetzen. Inzwischen sind aber bereits viele Menschen umgestiegen. Bei älteren Menschen und solchen mit körperlichen Behinderungen aus US-Staaten, in denen medizinischer Cannabis zugelassen ist, konnte man bereits einen beträchtlichen Rückgang verschreibungspflichtiger Medikamente beobachten. Die University of Georgia veröffentlichte kürzlich eine Studie über die Kosten des Medicare Gesundheitsprogramms der Regierung aus dem Jahre 2013. Ein Programm für medizinisches Marihuana gab es damals in 17 Staaten.

In den Staaten, in denen Cannabis für Patienten zugänglich ist, ergaben sich laut Forschungen durch geringere Verwendung konventioneller Medikamente Einsparungen von 165,2 Mio. Dollar pro Jahr. Medicare könnte sogar über 468 Mio. Dollar im Jahr sparen, würde Cannabis in jedem US-Staat zugänglich sein. Dieses Geld dient sonst als Aufwendung für Pharmazeutika für Amerikaner im Alter ab 65 Jahren oder für Menschen mit Behinderungen. Aus diesen Zahlen kann man entnehmen, dass viele Menschen anstelle verschreibungspflichtiger Medikamente Marihuana verwenden, um Beschwerden wie Depression, Schlafstörungen oder Schmerzen zu behandeln. Die Leiterin der Studie, Ashley Bradford, vermutet, dass Menschen Marihuana nicht nur als Genussmittel, sondern wirklich als Medizin verwenden.

In der Studie wurden die Aufzeichnungen der Medikamentenverschreibungen analysiert, und zwar zu folgenden Beschwerden: Depression, Angstzustände, Glaukom (grüner Star), Schmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Schlafstörungen, Psychosen und Spastiken. In den Staaten mit zugelassenem medizinischem Cannabis waren die Verschreibungen der notwendigen Medikamente zu allen genannten Bereichen rückläufig. Eine Ausnahme bildeten lediglich Glaukom-Beschwerden. Der Augeninnendruck konnte durch Cannabis zwar verringert werden, jedoch nur mit kurzer Wirkungsdauer.

Für David Bradford, dem Co-Autor der Studie zeigt die Untersuchung, dass man Cannabis durchaus als Medizin verwenden kann. Staaten sollten Gesetze schaffen für medizinisches Marihuana, dann wird auch ein Rückgang von pharmazeutischen Medikamenten zu merken sein, so Bradford. Die Menge verschriebener Schmerzmittel fiel beispielsweise um 11% im Jahr. Allerdings tragen weder private Krankenversicherungen noch Medicare in den USA die Kosten für medizinischen Cannabis. Das ist das Problem.

 

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 13.07.2016 - 18:26 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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