Preisentstehung der Medikamente


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Die meisten in einer Apotheke abgegebenen Arzneimittel wurden ärztlich verordnet. Diese verschreibungspflichtigen Medikamente bedeuten für den Umsatz in einer niedergelassenen Apotheke einen Umsatz von rund 85 Prozent. Die Preise dieser Arzneimittel unterliegen strengen, vom Gesetz festgelegten Regeln. Auf die hat der Apotheker keinen Einfluss. Für die verbleibenden apothenpflichtigen oder frei verkäuflichen Medikamente dürfen die Preise frei kalkuliert werden. Das betrifft ungefähr 15 Prozent des Geschäftes.

Die Preise für verordnete Medikamente sind bundeseinheitlich genau geregelt, so der Vizepräsident des Landesapothekerverbandes in Baden-Württemberg, Christoph Gulde. Das ist in der Arzneimittelpreis-Verordnung (AMPreisV) so festgelegt. Der Apotheker erhält für die Abgabe des Medikamentes und seine pharmazeutische Leistung 8,35 Euro sowie für Vorfinanzierung und Lagerhaltung drei Prozent vom Einkaufspreis. Laut Arzneimittel-Preisverordnung darf der Apotheker keine Rabatte an die Patienten gewähren. Gegenüber Krankenkassen ist das jedoch anders: Fast keiner weiß, dass die Krankenkasse des versicherten Patienten pro verordnetem und abgegebenem Arzneimittels von der Apotheke derzeit 1,77 Euro Rabatt erhält. Damit unser Gesundheitssystem finanzierbar bleibt, tragen auch die Apotheker einen Teil dazu bei. Auch die stets fällige Patienten-Zuzahlung zwischen 5 und 10 Euro geht an die Krankenkassen und bleibt nicht in der Apotheke.

Wie günstig oder teuer ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel ist, kann ein Apotheker nicht beeinflussen. Die Hersteller in Deutschland bestimmen ganz wesentlich den Preis. Allerdings werden sie dabei auch von vielen Verordnungen und Gesetzen reglementiert, so Apotheker Gulde. Es gibt in Deutschland generell eine hohe Generikaquote. Es werden üblicherweise preisgünstige Nachahmerpräparate eingesetzt. Für die gängigsten Arzneimittel handeln Krankenkassen über sogenannte Rabattverträge mit Medikamentenherstellern zusätzlich günstige Preise aus. Mit 19 Prozent erhebt Deutschland innerhalb Europas auf Arzneimittel den höchsten Mehrwert-Steuersatz. Das sollte man nicht vergessen. An jedem abgegebenen Arzneimittel verdient damit der Staat kräftig mit. Dieser bekommt in den meisten Fällen mehr als der Apotheker.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 17.02.2017 - 16:45 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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