Gefälschte Medikamente bedeuten Lebensgefahr


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Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt ein, dass jedes Jahr eine Million Menschen an gefälschten Arzneimitteln sterben. Bis zu einem Prozent der Medikamente sind in Europa demnach Fälschungen. Sogar zehn Prozent der Medikamente sollen weltweit gefälscht sein, in Afrika sind es bis zu 80 Prozent. Insbesondere sind teure Arzneimittel, etwa gegen Malaria und HIV, davon betroffen. Die WHO hält jedes zweite Arzneimittel, welches im Internet angeboten wird, für eine Fälschung.

Besonders Lifestyle-Medikamente sind häufig gefälscht Gefälschte

Medikamente enthalten oftmals keinen Wirkstoff oder die Zusammensetzung und Dosierung weichen vom Original ab. Alles wird gefälscht, von der Anti-Baby-Pille bis zum Antibiotikum. Es handelt sich dabei um sogenannte Lifestyle-Produkte wie beispielsweise Potenz-, Haarwuchs- oder Schlankheitsmittel. Anstatt sich beim Arzt das Medikament verschreiben zu lassen und es dann in der Apotheke zu kaufen, bestellen es Erkrankte aus Scham lieber anonym im Internet. Das nutzen die Fälscher häufig aus.

Die Fälscher bleiben meist unentdeckt

Mit ihren Tabletten verdienen Medikamentenfälscher mehr Geld als ein Drogenhändler. Die Kriminalität bleibt in vielen Fällen unentdeckt. Die Fälscher sind grenzüberschreitend tätig, daher ist die Verfolgung und Aufdeckung der Straftaten schwierig. In der Regel stammen die Grundstoffe aus China. Auf einschlägigen Internetseiten lassen sich diese erwerben, ebenfalls die erforderlichen Maschinen zum Verpacken und Versiegeln der Tabletten.

Fälschungen lassen sich schwer erkennen

Verbraucher können gefälschte Medikamente nicht immer gleich erkennen. Bei in Klemmbeuteln verkauften Medikamenten hat man es in der Regel mit Fälschungen zu tun. Diese Verpackungsweise ist in Deutschland verboten, denn hierzulande müssen Medikamente eingeschweißt sein.

Seit dem Jahr 2015 müssen seriöse Online-Apotheken auf ihrer Internet-Seite ein Sicherheitslogo verwenden, doch auch dieses kann gefälscht sein. Das Einhalten der Rezeptpflicht ist für eine vertrauenswürdige Online-Apotheke eines der wichtigsten Kriterien.

Ab 2019 soll ein Projekt vor Fälschungen schützen

Seit vielen Jahren versuchen Pharmafirmen, Produktfälschungen und –piraterie einzudämmen. Das sogenannte „securPharm-Projekt“ soll 2019 starten. Dann erhält jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel einen eindeutigen Code. Dieser kann dann in der Apotheke gescannt und mit einer Datenbank verglichen werden. Sollte die Seriennummer nicht vergeben oder bereits einmal verkauft worden sein, wird der Apotheker durch das System gewarnt und die Packung nicht abgegeben.

Hygienemängel bei der Produktion

Die Verlagerung der Medikamentenproduktion nach China oder Indien, also in Billiglohnländer, ist ein weiteres Problem. Verglichen mit Europa betragen die Produktionskosten dort nur etwa ein Zehntel. Inzwischen kommen 80 bis 90 Prozent aller in Deutschland eingesetzten Arzneimittel aus Asien. In ein Medikament können durch mangelhafte Hygiene Reste anderer Medikamente, die vorher in dieser Anlage produziert wurden, oder Bakterien gelangen. In Deutschland kommt es regelmäßig zu Rückrufaktionen verunreinigter, in China und Indien produzierter Medikamente.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 17.09.2017 - 18:32 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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