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Adipotide, bald eine Alternative zur Gewichtsreduktion


Das Medikament Adipotide könnte zukünftig beim Abnehmen hilfreich sein. Die Pille ist in der Lage, die Blutzufuhr zu lebendem Gewebe zu stoppen. Dadurch wird die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nahrung verhindert. Das bedeutet für die entsprechenden Zellen den Tod. An der University of Texas in Houston hat eine amerikanische Forschergruppe diese Erkenntnis an Fettzellen getestet. Tatsächlich starben die Fettzellen ab.

Getestet wurden die sogenannten Adipotide bereits jahrelang an Mäusen. Es wurde bei den Mäusen ein ca. 30-prozentiger Gewichtsverlust registriert. Der gleiche Effekt zeigte sich ebenfalls bei übergewichtigen Rhesus-Affen. Diese hatten einen Gewichtsverlust von ca. 11 %. Wenn man diesen Erfolg auf füllige Erwachsene umrechnet, könnten diese 10 bis 15 Kilogramm leichter werden. Renata Pasqualini, Studienleiterin, ist optimistisch, denn der Stoffwechsel von Menschen und Rhesus-Affen ist sehr ähnlich. Sie glaubt, dass die Pille Adipotide als Medikament und Alternative bei übergewichtigen Menschen angewendet werden könnte. Geplant ist für 2012 eine klinische Studie an Patienten, die unter Prostatakrebs leiden und zu viel Depotfett aufgrund der Hormontherapie aufgebaut haben.

Bereits seit Jahren arbeitet Pasqualini zusammen mit Co-Studienleiter Wadih Arap  an einer Entwicklung von Medikamenten zur Krebsbekämpfung, eingeschlossen ist die Suche nach einer Möglichkeit, die Gewichtszunahme ihrer Patienten zu bremsen oder umzukehren. Die beiden Forscher wollen mit Adipotide direkt die Fettzellen bekämpfen. Der größte Teil der Medikamente zielt auf den Appetit oder die Fettabsorption im Darm ab. Im Gegensatz zu den bisherigen Methoden sollen sich die Nebenwirkungen deutlicher weniger bemerkbar machen.

Arap und Pasqualini warnen vor Appetitzüglern. Ihre Nebenwirkungen sind sehr gefährlich. Von der Europäischen Arzneimittelagentur wurde erst kürzlich eine Untersuchung des Medikaments Orlistat (Fettaufnahmeblocker) auf Leberschäden gestartet. Der Appetitzügler Sibutramin wurde bereits 2010 vom Markt entfernt, denn dieser steigere das Infarkt- und Schlaganfallrisiko.

Bei den Untersuchungen der mit Adipotide behandelten Tiere seien nur unwesentliche Nebenwirkungen registriert worden. Das Medikament ist nur auf ganz bestimmte Blutgefäße abgestimmt. Nach Angaben der Forscher blieben die Versuchsaffen aufmerksam und munter, auch ließ ihr Appetit nicht nach. Eine leichte Änderung trat lediglich bei den Nierenfunktionswerten auf, die sich bei Versuchsende schnell wieder normalisierte.

Die Affen erreichten ihr ehemaliges Körpergewicht nicht wieder umgehend zurück. Der Gewichtsverlust habe sich bei den meisten Tieren sogar mehrere Wochen fortgesetzt.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 08.12.2011 - 21:38 Uhr
Kategorie: Medikamententester News