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Arzneimittelzuzahlungen werden teurer


Bei Arzneimitteln müssen gesetzlich Krankenversicherte tiefer in die Tasche greifen, denn die Zuzahlungen für Medikamente steigen erneut. Immer höhere Summen müssen Kassenpatienten für Medikamente selbst bezahlen. Der Deutsche Apothekerverband berechnete für das vergangene Jahr 1,8 Milliarden Euro, die die gesetzlich Krankenversicherten zuzuzahlen hatten.

Damit ist die Summe, die selbstständig von Kassenpatienten aufgebracht werden muss, im Jahr 2010 um 4 % (ca. 71 Millionen) auf 1,8 Milliarden Euro angestiegen. In einer Mitteilung vom Donnerstag stellte der Deutsche Apothekerverband fest, dass sich demnach der Trend der steigenden Zuzahlungen auch im vergangenen Jahr fortgesetzt habe. So zahlt – nach Angaben des Deutschen Apothekerverbandes – im Durchschnitt jeder Kassenpatient pro Packung Arzneimittel 2,40 Euro dazu.

Hier sind die zuzahlungsbefreiten Arzneimittel allerdings mit eingerechnet. Die gesetzlich Versicherten müssen generell 10% des Preises bei verschreibungspflichtigen Medikamenten selbst zuzahlen. Dabei werden mindestens 5 und höchstens 10 Euro verlangt. Die Kassen legen jedoch einen Betrag fest, den sie bereit sind, für die Medikamente zu erstatten. Festbeträge, die vom tatsächlichen Preis deutlich um 30% unterschritten werden, brauchen vom Patienten nicht zugezahlt werden.

Einen Antrag auf Befreiung von einer Zuzahlung können diejenigen Kassenpatienten bei ihrer Versicherung stellen, die mehr als 2% ihres Jahresbruttoeinkommens für Medikamente ausgeben müssen, bei chronisch Kranken mehr als 1%. Seit Jahren sind die Zuzahlungen für Arzneimittel ständig gestiegen. So betrug die Summe der Zuzahlungen im Jahr 2007 1,626 Milliarden Euro und ist angestiegen auf 1,674 Milliarden Euro im Jahr 2008.

Im Jahr 2009 betrug die Summe 1,696 Euro und im Jahr 2010 1,767 Milliarden Euro. Dabei war für die höheren Belastungen der Versicherten im vergangenen Jahr vor allem die vom 01. September 2010 beschlossene Herabsetzung der Festbeträge verantwortlich. Viele der von Zuzahlungen befreiten Arzneien sind seither zuzahlungspflichtig geworden. Das ist die für die Patienten direkt spürbare Auswirkung der Gesundheitsreform der schwarz-gelben Regierung.

Eigentlich wollten CSU, FDP und CDU für die Hersteller einen höheren Preisdruck erreichen und in der Folge niedrigere Arzneimittelkosten für die Patienten schaffen. Aber die aktuellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes zeigen ein anderes Bild. Erneut bezahlen die Versicherten die Zeche.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 16.02.2011 - 19:44 Uhr
Kategorie: Medikamententester News