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Ausbruch der Ebola-Epidemie könnte an Flughunden liegen


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Bereits über 700 Menschen sind an der gefährlichen Krankheit Ebola gestorben. Auf der Suche nach der Ursache kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass möglicherweise Flughunde die Epidemie ausgelöst haben könnten. Denkbar wäre, dass ein infizierter Flughund den Erreger von Zentralafrika nach Westafrika eingeschleppt hat. In dieser Region werden Flughunde auch manchmal verspeist, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Die Menschen dort sind unterentwickelt und arm, suchen sich oft ihre Nahrung in den Tiefen der Wälder. In dem Fachmagazin „PLOS Neglected Tropical Diseases“ berichten Forscher, dass in der Region entweder manche Tiere schon länger mit dem Virus behaftet sind oder aber ein Flughund, mit dem Ebola-Virus infiziert, aus Zentralafrika kommend nach Westafrika gezogen ist. Zurzeit werden Tiere in dieser Region daraufhin untersucht, ob sie tatsächlich den Ebola-Erreger in sich tragen.

Es gibt fünf bekannte Ebola-Erreger. Einer davon, das Zaire-Ebolavirus (ZEBOV) ist bei dem aktuellem Ausbruch nachgewiesen worden. Es ist einer der Gefährlichsten, denn die Sterblichkeitsrate liegt bei ca. 90 %. Im Jahre 1976 wurde das Vorkommen dieses Virus erstmals im heutigen Kongo bestätigt, Ausbrüche gab es seitdem immer wieder in den zentralafrikanischen Regionen. Diese liegen jedoch Tausende von Kilometern von Westafrika entfernt, wo zurzeit die aktuelle Epidemie herrscht. Dort wurde das Zaire-Ebolavirus bis vor kurzem noch nie nachgewiesen. Nach offiziellen Angaben hat das Zaire Ebolovirus seit Februar mindestens 729 Todesopfer gebracht und infiziert haben sich mehr als 1.300 Personen.

So schreiben Lara Schwarz (McGill University) in Montreal (Kanada) und Daniel Bausch aus New Orleans (Tulane School of Public Health and Tropical Medicine), dass es eher unwahrscheinlich sei, dass durch Menschen der Erreger nach Guinea eingeschleppt worden ist. So gebe es zwischen Zentralafrika und Guinea kaum reguläre Handels- oder auch Reiserouten. Sehr abgelegen liegt das Ebola-Epizentrum, Guéckédou, wo wahrscheinlich das Virus zum ersten Mal registriert wurde. Als Überträger kommen dem Forscher-Duo zufolge drei Arten vor allem in Frage: Franquet-Epauletten-Flughund, Hammerkopf (Hypsignathus monstrosus) und Schmalkragen-Flughund (Myonycteris torquata).

An der Epidemie sind offenbar politische und soziale Zustände mitschuldig. Die Übertragung der Ebola-Viren geschieht vor allem bei einem Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Bereits vor Wochen kam eine Warnung von den Vereinten Nationen, keine Flughunde sowie andere Wildtiere in dieser Region zu jagen und zu verspeisen. Die UN-Ernährungsorganisation FAO gab bekannt, dass in Westafrika die erbeuteten Wildtiere getrocknet werden und auch in scharfen Suppen Verwendung finden. Mitverantwortlich und dass es überhaupt dazu gekommen ist, sind in den von dem Ebola-Virus betroffenen Ländern die sozialen und politischen Zustände.

Das gelte auch für die Ausbrüche anderer hämorrhagischer Fieber. „Zufällig treten solche Epidemien nicht auf, sondern oft sind solche Gebiete betroffen, die jahrzehntelange Bürgerkriege ausgestanden haben und deren Wirtschaft sowie das öffentliche Gesundheitswesen am Boden liegen. Alle drei betroffenen Länder, wie Liberia, Guinea und Sierra Leone, litten in der Vergangenheit unter massiven politischen Unruhen.

Schwarz und Busch schreiben, dass die Not die Menschen dazu treibt, im tiefen Urwald Wildtiere zu jagen und damit das Risiko wachse, sich zu infizieren. Erst kürzlich sei zu lesen gewesen: „Wirksamer Impfstoff gegen Ebola-Erreger“. Verfügbar sei derzeit aber weder ein Heilmittel oder eine Impfung. Daher können die Ärzte Ebola nur beschränkt bekämpfen, indem sie Fieber, Blutungen - innere und äußere - sowie Durchfälle lindern und versuchen, dass sich die Krankheit nicht weiter verbreitet.

Das dürfte wiederum schwierig sein, denn medizinische Ausrüstung ist kaum vorhanden, vorbeugende Mittel ebenfalls nicht. Es gibt weder Schutzhandschuhe, Desinfektionsmittel, Masken oder saubere Nadeln. Als dritter Faktor kommen mangelhafte Koordinations- und Überwachungsmechanismen dieser Länder hinzu. Bausch wollte die Ursachen des Ausbruchs herausfinden. Er besuchte in den letzten Monaten Sierra Leone und Guinea. Im letzteren Land waren erste Fälle von Ebola im März festgestellt worden, aber es wurde rückblickend registriert, dass die ersten Infektionen bereits im Dezember 2013 aufge- treten seien. Derzeit liegt die Sterblichkeitsrate aller registrierten Fälle weit über 50 %.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 07.08.2014 - 18:19 Uhr
Kategorie: Medikamententester News