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Bei Pflegepersonen ist der Krankenstand hoch


Laut einer Studie der Siemens Betriebskrankenkasse geht hervor, dass diejenigen Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, häufiger einen Arzt aufsuchen als andere. Sie bekommen auch mehr Kuren und Medikamente verschrieben. Diese Studie liegt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vor.

BERLIN. – Es ist eine enorme Last, einen Angehörigen zu pflegen, folglich können auch häufiger Krankheiten auftreten. Deutlich öfter als andere Menschen müssen pflegende Angehörige einen Arzt aufsuchen. Mit Medikamenten und Kuren  will man den Pflegenden helfen, ihren schweren Alltag zu bewältigen. Demnach sind auch die Ausgaben der Kassen für pflegende Angehörige um

18 % höher als für die anderen Versicherten. Die Zahl bei schwerwiegenden und auch chronischen Krankheiten liegt besonders hoch, der Studie zufolge bei 51% über dem Durchschnitt. Franz Billinger der Siemens Betriebskrankenkasse sagt, dass es für die Pflegenden eine enorme körperliche Belastung sei, Pflegebedürftige zu heben und umzubetten.  Aber ein weitaus größeres Problem seien die seelischen Belastungen für die Pflegenden, setzt er hinzu.

Bei den Untersuchungen in der Studie stellte sich heraus, dass ca. 17 % von den pflegenden Angehörigen unter Depressionen leiden. Das ist dreieinhalb mal mehr als bei der normalen Bevölkerung. Die Studie deckt weiter auf, dass es den Angehörigen sehr viel schwerer fällt, einen geistig erkrankten Menschen zu pflegen als einen körperlich beeinträchtigten. Der schwierigste Teil sei das Verkraften der emotionalen Belastung, zum Beispiel bei Demenzkranken, stellt Claudia Brinner, Pflegeexpertin von der Caritas fest.

Auch stellen die Experten einheitlich fest, dass den Pflegenden oft der Austausch mit anderen Menschen fehle und sie häufig in eine soziale Isolation geraten. In Deutschland werden ca. zwei Drittel der Pflegebedürftigen  von ihrer Familie zu Hause betreut.

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 03.02.2011 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News