Ihr Medikamenten Informationsportal
Wissenswertes für Probanden
Kontaktadressen-Liste für Kliniken

Bessere Versorgung vieler Patienten durch neue Medikamente


©pixabay

·  Im Jahr 2019 dürften Pharma-Unternehmen zur besseren Behandlung von Patienten wieder mehr als 30 neue Medikamente zur Verfügung stellen
·  Bakterienarten mit Resistenzen gegen ältere Mittel können voraussichtlich mit neuen Antibiotika bekämpft werden
·  Etwa ein Drittel der Neueinführungen dienen der Krebsbekämpfung

„Im Jahr 2019 wird es für viele Patientinnen und Patienten neue Möglichkeiten zur Behandlung ihrer Leiden geben. Denn für zahlreiche neue Medikamente haben Pharma-Unternehmen die europaweite Zulassung beantragt, zum Teil bereits erhalten, und könnten diese somit in diesem Jahr noch auf den Markt bringen,“ so Birgit Fischer als Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in Berlin. Laut Schätzung des Verbandes könnten auch 2019 in Deutschland wieder mindestens 30 Medikamente eingeführt werden, welche einen neuen Wirkstoff enthalten.

Gegen Infektionskrankheiten

Gleich mehrere neue Antibiotika könnten in diesem Jahr verfügbar werden, die auch Bakterien mit älteren Medikamenten-Resistenzen bekämpfen können. Zwei dieser Mittel sind bereits zugelassen, die Zulassung für vier weitere ist beantragt. Andere mögliche Medikamente sind gegen Milzbrand, Grippe und HIV-Infektionen gerichtet. So soll beispielsweise ein monoklonaler Antikörper für HIV-Infizierte herauskommen, bei denen die bisher verfügbaren Therapien wirkungslos waren.

Gegen Krebserkrankungen

Rund ein Drittel der neuen Medikamente wird 2019 erneut gegen eine Krebserkrankung gerichtet sein. „Für die Onkologie besteht ein hoher Bedarf an weiteren Verbesserungen“, kommentierte Fischer. „Im Laufe seines Lebens erkrankt fast jeder zweite in Deutschland an der einen oder anderen Art von Krebs. Nach wie vor ist Krebs die zweithäufigste Todesursache“.

Gegen Lungenkrebs (besser: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) könnten bis zu vier Medikamente herauskommen. Dieser ist im fortgeschrittenen Stadium bislang schwer behandelbar. Weitere Medikamente befinden sich im Zulassungsverfahren: Sie richten sich gegen bestimmte Leukämien, gegen kutanes Plattenepithelkarzinom (eine Form von Hautkrebs), gegen Formen des Lymphknotenkrebs sowie gegen Eierstock-, Brust- und Prostatakrebs.

Für ein weiteres Krebsmedikament läuft der Zulassungsantrag. Dieses soll nicht nur gegen eine bestimmte Krebsart wirken, sondern soll vielmehr organübergreifend solche Tumoren bekämpfen, die spezielle Mutationen im NTRK-Gen aufweisen. Dazu Fischer: „Es zeigt den Erkenntnisfortschritt in der Krebsforschung auf molekularer Ebene, weil für ein Krebsmedikament erstmals in der EU ein gen- statt organbezogenes Anwendungsgebiet festgelegt werden könnte. Das bedeutet für viele Patienten eine schnellere Erreichbarkeit neuer Behandlungsmöglichkeiten“.

Es kamen in den letzten Jahren häufig immunonkologische Medikamente heraus mit der Eigenschaft, körpereigene Immunzellen gegen Tumorzellen zu „mobilisieren“. Ein solches Medikament könnte auch 2019 dazukommen. Im Übrigen dürften besonders Medikamente auf dem Markt erscheinen, die unmittelbar die Tumorzellen angreifen. Sie bewirken dazu die Blockade der intrazellulären Signalübertragung oder stören die DNA-Reparatur. Die Herstellung erfolgt anders als bei Immunonkologika meist chemisch-synthetisch.

Gegen Störungen der Blutgerinnung

Für Patienten, deren Blutgerinnung wegen eines Mangels an Blutplättchen, an Gerinnungsfaktor VIII oder an von-Willebrand-Faktor gestört ist, könnten neue Medikamente an Bedeutung gewinnen. Ebenso könnte ein neues Mittel herauskommen für Patienten, die beispielsweise zur Schlaganfall-Prophylaxe bestimmte Blutverdünner einnehmen. Dieses soll vor einer Notfalloperation die volle Gerinnungsfähigkeit wieder herstellen.

Gegen weitere Erkrankungen

Mittel gegen Osteoporose, gegen Entzündungserkrankungen der Blutgefäße und der Haut könnten das breit gefächerte Spektrum neuer Medikamente von 2018 nochmals erweitern. Dazu zählen auch Mittel zur Migräne-Prophylaxe.

Patienten mit der Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 können im Gegensatz zu Patienten mit dem häufigen Typ 2 ihren Blutzuckerspiegel bisher nur mit Insulininjektionen zusammen mit Ernährungskenntnissen regulieren. Erstmals könnte 2019 ein schluckbares Medikament zur Verbesserung der Zuckerkontrolle hinzukommen.

Seltene Erkrankungen

Pharma-Unternehmen bringen seit einigen Jahren (wie politisch gewünscht) verstärkt Medikamente auf den Markt, die für Patienten mit seltenen Krankheiten bestimmt sind, sogenannte Orphan Drugs. Rund ein Drittel der neuen Medikamente dürfte 2019 dieser Art sein. Man wartet unter anderem auf eine Gentherapie gegen die Retinitis pigmentosa und die Lebersche Amaurose. Beide Krankheiten sind angeboren und können unbehandelt zur Erblindung führen. Weitere Orphan Drugs sind mehrere Medikamente gegen seltene Krebsarten wie z. B. das kutane T-Zell-Lymphom.

Neuer Fälschungsschutz für Medikamente

Arzneimittelhersteller werden 2019 sämtliche Packungen ihrer rezeptpflichtigen Medikamente, gleichgültig, ob sie neu oder bereits Jahrzehnte auf dem Markt sind, mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen versehen. Damit sollen Patienten besser vor gefälschten Arzneimitteln geschützt werden. Jede Packung wird dadurch zum Unikat und kann vor ihrem Einsatz in Krankenhäusern und Apotheken auf Echtheit geprüft werden. SecurPharm, das entsprechende Sicherheitssystem, wird im Februar seine Arbeit beginnen und schließt Hersteller, Großhändler, Kliniken und Apotheken mit ein. Monat für Monat erreichen dann immer mehr Packungen mit diesen zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen die Apotheken.

Dazu meint Birgit Fischer: „Seit 2013 haben die Pharma-Unternehmen des vfa viel investiert, um zum verbesserten Schutz der Patienten vor Fälschungen beizutragen. Die Auslieferung neuer Packungen, die Pflege der zu securPharm gehörenden Hersteller-Datenbank und die Prüfung von solchen Packungen, die Apothekern aufgefallen sind, dienen ab Februar täglich der gestärkten Fälschungsabwehr“.

Disclaimer

Diese Pressemitteilung enthält prognostische Aussagen. Sie beruhen auf laufenden und abgeschlossenen Zulassungsverfahren für neue Medikamente. Es lassen sich jedoch weder Dauer noch Ausgang dieser Verfahren verbindlich angeben. Andere bekannte wie auch unbekannte Ungewissheiten oder andere Faktoren können zur Folge haben, dass die hier gegebenen Einschätzungen wesentlich vom tatsächlichen Fortgang der Ereignisse abweichen. Der vfa und seine Mitgliedsunternehmen übernehmen keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen. Die Angaben erheben auch für keinen Zeitpunkt den Anspruch auf Vollständigkeit.

Weitere Informationen

In Deutschland ist der vfa der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen. Die Interessen von 43 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik werden durch ihn vertreten. Zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes werden durch die Mitglieder des vfa repräsentiert. Der vfa beschäftigt in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter. Davon arbeiten mehr als 17.000 in Forschung und Entwicklung.

Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vfapharma


Von: Dr. Rolf Hömke
Veröffentlicht am: 16.01.2019 - 19:57 Uhr
Kategorie: Medikamententester News