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Bestimmte Antibiotika verursachen schwere Nebenwirkungen


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Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt wegen schwerer Nebenwirkungen vor der Einnahme bestimmter Antibiotika.Das BfArM teilte am Montag, dem 8. April mit, dass Ärzte demnach fluor-chinolonhaltige Antibiotika nur noch eingeschränkt verschreiben sollten.

Vonseiten des BfArM heißt es, dass die von Fluorchinolonen verursachten schwerwiegenden Nebenwirkungen lang anhalten können, möglicherweise irreversibel sind und die Lebensqualität beeinträchtigen. Die Nebenwirkungen betreffen Gelenke, Muskeln, Sehnen sowie das Nervensystem. Sie könnten Monate oder auch Jahre andauern.

Sehstörungen, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Muskelschwäche

Es sei bei zuvor gesunden Menschen in einzelnen Fällen zu Gangstörungen, Muskelschwäche, einer Sehnenruptur, eingeschränktem Erinnerungsvermögen gekommen sowie zu Geruchs-, Hör-, Seh- und Geschmacksstörungen. Zu den betroffenen Medikamenten zählen Levofloxacin, Moxifloxacin, Cipro-floxacin, Ofloxacin und Norfloxacin.Laut BfArM seien zwar nur wenige Fälle gemeldet worden, man vermutet jedoch eine weitaus größere Dunkelziffer.

Bedingt durch die Schwere dieser Reaktionen, sollten Ärzte, bevor sie Fluor-chinolone verschreiben, im Einzelfall eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen.

Gefährliche Superkeime: Antibiotika wirken nicht – 33.000 Todesfälle in Europa

In einem Rote-Hand-Brief empfiehlt das Arzneimittel-Institut nach einer Überprüfung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), Fluorchinolon-Antibi otika nicht mehr zu verschreiben. Dies gilt für Infektionen, die nicht schwerwiegend sind, die auch ohne Behandlung abklingen sowie bei nicht-bakteriellen Infektionen.

Fluorchinolone sollen auch bei leichten bis mittelschweren Infektionen nicht mehr angewendet werden. Eine Ausnahme gilt allerdings, wenn andere Antibiotika nicht angewendet werden können, die üblicherweise der Behandlung dieser Infektionen dienen.

Bei älteren Menschen gilt eine besondere Vorsicht

Bei älteren Menschen sei eine besondere Vorsicht geboten, ebenso bei Patienten, denen ein Organ transplantiert wurde oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Wenn erste Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung auftreten, sollte die Behandlung sofort beendet werden. Das betrifft insbesondere Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Muskelschmerzen oder Beeinträchtigungen, ausgehend vom zentralen Nervensystem.

Es betrifft diese Antibiotika: 

Es sind von der aktuellen Warnung alle Fluorchinolone betroffen, die inhaliert, injiziert oder über den Mund eingenommen werden. In Deutschland sind die Wirkstoffe Levofloxacin, Moxifloxacin, Ciprofloxacin, Ofloxacin und Norfloxacin zugelassen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 22.04.2019 - 11:49 Uhr
Kategorie: Medikamententester News