Ihr Medikamenten Informationsportal
Wissenswertes für Probanden
Kontaktadressen-Liste für Kliniken

Betrugsskandal kommt GlaxoSmithKline teuer zu stehen


GlaxoSmithKline hat beim Verkauf von Medikamenten in Amerika illegale Praktiken angewandt. Jetzt zahlt der britische Pharmakonzern an die US-Regierung  in Washington 3 Milliarden Dollar um den Streit zu beenden. Der Konzern bekennt sich schuldig. Das wurde vom US-Justizministerium veröffentlicht.

Im Verfahren wurden Versäumnisse des Pharmakonzerns bei der Veröffentlichung von Daten über Arzneimittel bewiesen, weiterhin wurde für verschreibungspflichtige Medikamente illegal geworben. Die Aufarbeitung dieses Skandals währt schon über mehrere Jahre. Zugetragen hat es sich in den USA. Bereits im November sprach das Unternehmen von einer elementaren Einigung mit den amerikanischen Behörden. Nach einem längeren Verfahren hatte sich GlaxoSmithKline für schuldig erklärt, unter falschen Angaben drei seiner Verkaufsschlager vermarktet zu haben. Dabei handelt es sich um das fragwürdige Medikament Avandia gegen Diabetes, um Paxil und Wellbutrin, beides Antidepressiva.

Als Mittel gegen Depressionen hatte der Konzern im Detail Paxil für Minderjährige in den Handel gebracht. Von der Medikamentenaufsicht FDA war Paxil nie dafür zugelassen worden.

Weiter wurde dem Unternehmen Glaxo vom US-Justizministerium vorgeworfen, bei seinem Diabetes-Medikament Avandia wichtige Testergebnisse zurückgehalten zu haben. Möglicherweise hätten die verschwiegenen Daten Hinweise auf Nebenwirkungen des Medikaments auf das Herz-Kreislaufsystem aufgezeigt.

Glaxo wurde von den Ermittlern weiter vorgehalten, in medizinischen Fachzeitschriften Artikel veröffentlicht zu haben, in denen seine Anti-Depressiva auch für Erwachsene empfohlen werden und in einem zu positiven Licht erscheinen zu lassen. Außerdem wurden von dem Pharmakonzern Ärzte und Klinikvertreter zu üppigen Abendessen und Kur-Urlauben eingeladen, um ihre Mittel zu vermarkten. Der Konzern habe die Millionen-Kosten der Werbung nicht gescheut.

Die Ermittlungen gegen den Konzern wegen seiner illegalen Praktiken werden im Gegenzug der Strafzahlung (3 Milliarden Dollar) eingestellt, so das US-Justizministerium. Laut Medienberichten handelt es sich hierbei um die bisher teuerste Einigung mit einer Pharmabranche in den USA.

Was die Bedeutung und die Summe angehe, handele es sich hierbei um eine beispiellose Einigung, sagt James Cole, Amerikas Vize-Justizminister.  Als Teil der Einigung gelobte GlaxoSmithKline künftig auf diverse illegale Praktiken und Schmiergeldzahlungen zu verzichten. Von dem Konzern würden die entsprechenden Praktiken nicht mehr angewandt, sagte der Chef der Firma Andrew Witty. Von Mitarbeitern, die sich fehlerhaft verhalten haben, hätte man sich getrennt.

Eingeleitet wurden die Ermittlungen im Jahr 2004 von der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Colorado. Die Untersuchungen hatte das US-Justizministerium im weiteren Verlauf an sich gezogen.

Um endgültig den Streit zu beenden, zahlen dafür die Briten 1 Milliarde Dollar, um damit die strafrechtlichen Untersuchungen abzuschließen. Weitere 2 Milliarden Dollar sollen die zivilrechtlichen Aspekte abdecken. Für die Überwachung der Vertriebspraktiken des Konzerns durch die Regierung der Vereinigten Staaten gab der Pharmakonzern seine Zustimmung.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 08.07.2012 - 15:27 Uhr
Kategorie: Medikamententester News