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Blutspender für Blutspenden Plasmaspenden und Thrombozytenspenden gesucht


Es klingt wie ein Albtraum, wenn einem Schwerverletzten, der auch noch viel Blut verloren hat, nur deshalb nicht geholfen werden kann, weil die für ihn benötigte Blutgruppe nicht vorrätig ist. Die schon vorbereitete Operation kann aus den oben genannten Gründen nicht durchgeführt werden. Noch ist es nicht Realität. Aber Experten haben erst vor kurzem vor Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven in Deutschland um 2015 herum gewarnt.

Der Leiter der Intensivmedizin der Universitätsklinik Leipzig, Lothar Engelmann erklärte auf dem Deutschen Internistenkongress in Wiesbaden, dass vor allem in der jüngeren Generation die Spendenbereitschaft sinkt. Dem gegenüber steht aber ein wachsender Bedarf an Spenderblut. Jährlich werden in Leipzig 50.000 Blutkonserven gebraucht. Die moderne Medizin kommt ohne sie nicht mehr aus. Organ- und Stammzellentransplantationen verbrauchen erhebliche Mengen, Leukämie- und andere Krebsbehandlungen stehen dem in nichts nach. Immer mehr Blutkonserven braucht auch die Notfallmedizin, da sie gute Fortschritte gemacht hat. Professor Gert Matthes, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin der Leipziger Uniklinik, sagt, dass die Situation noch gut aussehe.

Er ist dafür verantwortlich, dass in Leipzig und dem Umland in allen Krankenhäusern ausreichend Blutkonserven vorhanden sind. Trotz einiger Engpässe mussten seit 2002 aufgrund fehlender Konserven keine Operationen verschoben werden, erklärte Matthes. Wenn die Blutkonserven zur Neige gehen, wird vom Institut für Transfusionsmedizin ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet. Hier können die Spender, auch zukünftige, einen Blick hinter die Kulissen werfen. Die Besucher dürfen Blut spenden und sehen, was danach mit ihrem Blut passiert. Professor Matthes und sein Team haben 23.000 treue Blutspender, deren Durchschnittsalter bei 23 Jahren liegt. So mancher Blutspendedienst, vor allem außerhalb der Stadt, kann von so jungen Spendern nur träumen. In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen und Thüringen hat das DRK die Altersgrenze für regelmäßige Blutspender von 68 Jahren und Erstspender von 58 Jahren aufgehoben.

Das DRK sammelt 80% der Spenden ein. DRK-Sprecher Thomas Bischoff sagt, dass ab sofort nur noch das biologische Alter zählt, denn viele Stammspender mussten bisher aus Altersgründen ausscheiden. So werden die Blutkonserven knapp, denn es sind nicht genügend junge Spender vorhanden. Viele Menschen entscheiden sich erst im Rentenalter zur Blutspende, da sie dann über mehr Zeit verfügen, stellt Bischoff fest. Er weist auch auf US-Studien hin, wonach dort das Blut von bis zu 78 Jahre alten Spendern gut zu verwenden war. Von Dr. Matthes wird das schon länger praktiziert. Er beschreibt einen 72-jährigen Stammspender, er ist gesund und fit und weshalb sollte er nicht weiterhin sein Blut spenden dürfen? Allerdings wird das Problem durch Aufhebung der Grenze des Alters nicht gelöst, sagt er, denn von vielen älteren Menschen werden regelmäßig Medikamente eingenommen.

Damit scheiden sie als Blutspender aus. Auch viele spendenbereite junge Menschen müssen die Leipziger - ganz oder zeitweilig - leider ausschließen. Vier Monate pausieren müssen diejenigen Spender, die sich tätowieren ließen oder sich ein Piercing zugelegt haben. Auch junge Mütter, die gerade entbunden haben, müssen sechs Monate warten. Wer erst vor kurzem eine OP überstanden hat, oder wer in ein Malariagebiet eingereist war, musste zeitweise pausieren. Wer an Erkrankungen wie Krebs, Infektionen, Hepatitis oder Aids leidet, wird von Blutspenden dauerhaft ausgeschlossen. Matthes merkt an, dass die Ausschlusskriterien immer strenger werden. Bis zu 8% der bereitwilligen Spender in Leipzig müssten abgewiesen werden. Grund dafür sind die strikten Gesundheitsvorschriften. Für alle anderen gilt der Grundsatz: „ Blutspenden tut gut, es wirkt wie Joggen für das Knochenmark.“ Denn die weißen und roten Blutkörperchen werden im Knochenmark produziert.

Der Mediziner erklärt weiter, dass der Blutspender nicht nur Leben retten könne, sondern er selbst von vielen Vorteilen profitiere. Da jede Blutspende auf Auffälligkeiten hin untersucht wird, lassen sich Krankheiten feststellen, wie Geschlechtskrankheiten, Infektionen oder auch ein Hinweis auf eine HIV-Infizierung. Ein weiterer Vorteil für den Spender ist der Spenderausweis, in der auch seine Blutgruppe eingetragen ist. So kann sein eigenes Leben vielleicht gerettet werden, weil im Notfall nicht erst die Blutgruppe festgestellt werden muss, was auch wieder viel Zeit kostet. Immer am 14. Juni wird der Weltblutspendertag gefeiert. Denn am 14. Juni 1868 wurde der Mediziner Karl Landsteiner geboren, der 1901 die Blutgruppen entdeckte. Bereits vorher durchgeführte Bluttransfusionen wurden mit seiner Entdeckung revolutioniert. Zwar konnten damals ohne die Kenntnis der Blutgruppen einige Patienten gerettet werden, aber andere starben an der Transfusion. Der Behandlungserfolg konnte durch die Kenntnis der Blutgruppen wesentlich verbessert werden.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 02.07.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News