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Bundestag beschließt Neuregelung bei der Organspende


Auf eine Organspende warten in Deutschland 12.000 kranke Menschen und ca. 1000 Menschen sterben von ihnen pro Jahr. Das neue Gesetz soll zur besseren Aufklärung beitragen.

Berlin. Mit Zustimmung aller Fraktionen wurde nach jahrelangen Debatten ein neues Transplantationsgesetz am 25. Mai 2012 beschlossen. Die Deutschen sollen sich zukünftig mehr Gedanken darüber machen ob sie bereit sind, nach ihrem Ableben Organe zu spenden. Das ist auch das eigentliche Ziel des Gesetzes.

Deshalb werden die deutschen Bürger ab dem 16.Lebensjahr von ihren Krankenkassen mindestens im Zwei-Jahres-Rhythmus angeschrieben und aufgefordert, eine Entscheidung zu treffen, ob sie bereit sind, nach ihrem Tod eigene Organe zu spenden. Ein Spenderausweis liegt bei mit der Bitte, diesen auszufüllen. Sollten sich Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden können, so wird das akzeptiert. Auch besteht keine Verpflichtung, das Schreiben zu beantworten. Nur wenn der Betroffene seine ausdrückliche Zustimmung zur Organentnahme gegeben hat, dürfen diese auch entnommen werden.

In den Krankenhäusern soll es zukünftig Transplantationsbeauftragte geben. Flächendeckend wird es Ansprechpartner geben, die den Organspende-Prozess im Krankenhaus koordinieren. Es wurde geregelt, dass der Spender bei Lebendspenden einen Anspruch gegenüber der Krankenversicherung des Organempfängers hat. Betroffen seien davon etwaige Krankenbehandlung, die Vor- und Nachbetreuung und die Rehabilitation.

Wie die Bereitschaft zur Organspende erhöht werden kann, wird seit Jahren diskutiert, deshalb wurde von der Politik eine Festlegung gefordert. Denn wenn ein Mensch gestorben ist und hat vorher nicht dokumentiert, ob er seine Organe zur Spende freigeben will, müssen die Angehörigen die Entscheidung treffen, die für sie schwer sein dürfte. Auch moralisch ist eine Organspende eher zu vertreten, wenn von dem Betroffenen vorher selbst eine klare Aussage getroffen wurde. Laut einer Umfrage wären drei Viertel aller Deutschen zu einer Organspende bereit. Aber nur ein Viertel besitzt einen Spenderausweis.

Die Organe dürfen in Deutschland erst entnommen werden, wenn der Hirntod des Verstorbenen festgestellt worden ist. Gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammern muss dieser von zwei Ärzten dokumentiert worden sein. Zu diesem Zeitpunkt können die Atmung und der Kreislauf jedoch noch aktiv sein. In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich ca. 400 000 Menschen.

Folgende Organe können gespendet werden: Leber, Niere, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse und der Dünndarm. Zudem lassen sich Gewebe, wie beispielsweise Knochen oder Hornhaut verpflanzen.

Weiterhin gilt für den Spender, dass er bestimmte Organe von der Spende ausschießen kann. Er kann seine Spendenbereitschaft nur für bestimmte Organe erklären und andere ausschließlich verweigern.

Alle Informationen über die Spendenbereitschaft sollen auf der persönlichen Gesundheitskarte, die ab 2017 jeder Bürger erhält, abgespeichert werden können. Da die Daten vertraulich bleiben sollen, werden sie auf dem Kartenchip in einem speziellen elektronischen Fach gespeichert.


Von: Stefan Lübker / Probanden-online.de
Veröffentlicht am: 31.05.2012 - 19:51 Uhr
Kategorie: Medikamententester News