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Darmkrebsrisiko bei Kaffee und Limonade


In bisherigen Studien wurde erkannt, dass übermäßiger Kaffeegenuss nicht zu einem erhöhten Darmkrebs-Risiko führt. Auch bei kohlensäurehaltigen und gezuckerten Limonaden wurde Entwarnung gegeben. Doch wie wirkt reichlicher Teegenuss? Da sind sich die Forscher noch nicht einig. Die vergangenen Forschungsberichte sind widersprüchlich in ihrer Aussage. Keinen Zusammenhang zwischen Kaffeetrinken und erhöhtem Krebs im Darm sehen Harvard-Forscher. In anderen Forschungsberichten wurde das Gegenteil behauptet. Limonaden mit ihrem Zuckergehalt stufte man als Auslöser für Übergewicht ein.

Das Übergewicht wiederum könnte als mögliche Ursache für künftigen Darmkrebs gelten. Um diesen Ungereimtheiten auf die Spur zu kommen, untersuchten Medizinern der Harvard School of Public Health 13 Studien aus Europa und Nordamerika. An diesen Studien nahmen insgesamt 731 441 Probanden teil. Von den Testpersonen waren 5604 Patienten bereits von Darmkrebs betroffen. Die Testergebnisse veröffentlichten die Mediziner unter der Leitung von Xuehong Zhang im „Journal of the National Cancer Institute“. Dort ist zum Beispiel zu lesen, dass selbst bei einem täglichen Kaffeekonsum von mehr als sechs Tassen Kaffee das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nicht auffallend zunimmt.

Das trifft auch für Cola, Softdrinks und süße Limonaden zu, selbst wenn mehr als 0,5 Liter/Tag getrunken wird. Eine besonders große Gefahr für Darmkrebs bestand nicht. Allerding gaben die Mediziner zu bedenken, dass von den Studienteilnehmern nur zwei Prozent solch eine größere Menge getrunken hatte und deshalb das Ergebnis nicht eindeutig sei. Die Studienergebnisse bei den Teetrinkern sind zweideutig. Ein leichter Zusammenhang zwischen starkem Teegenuss (mehr als einem halben Liter täglich) und Darmkrebs wurde bei starken Teetrinkern festgestellt. Die Diagnose wurde bei ihnen häufiger gestellt als bei weniger starken Teetrinkern. Auch hier merken die Wissenschaftler an, dass diese Schlussfolgerungen Zufall sein könnten, da nur wenige Probanden sehr viel Tee tranken.

Zweideutig ist das Ergebnis auch deshalb zu werten, weil Tee Antioxidantien enthält, welche in der Theorie vorbeugend gegen Zelldegenerationen wirken sowie auch Polyamine, die in ihrer Wirkung das Gegenteil erzeugen könnten. Selbst nach diesen 13 Studien kamen die Wissenschaftler zu keinem eindeutigen Ergebnis. Die Zweifel blieben bestehen. Deshalb empfehlen Zhang und Kollegen auf diesem Gebiet weiter zu forschen. Maria Elena Martinez vom Arizona Cancer Center gibt in einem Kommentar zu dieser Studie zu bedenken, dass das Darmkrebsrisiko bei Kindern noch nicht erforscht ist. Denn gerade sie trinken viel Limonade und Softdrinks, wogegen Erwachsene davon meist weniger zu sich nehmen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 10.05.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News