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Dem Darmkrebs rechtzeitig durch Vorsorge begegnen


Eine Tumorentwicklung kann durch rechtzeitige Vorsorge verhindert werden. In Deutschland erkrankt ein Mensch alle sieben Minuten an Darmkrebs, das sind jährlich etwa 73.000 Bundesbürger. Diese Anzahl könnte man deutlich reduzieren. Als einzige Tumorerkrankung bildet der Darmkrebs Vorstufen, nämlich Polypen. Bei einem regelmäßigen Darm-Check kann man sie erkennen und ganz problemlos entfernen.

Diese Polypen sind im Frühstadium noch kein Krebs, aber in späteren Jahren können daraus bösartige Krebsgeschwüre entstehen. Man hat festgestellt, dass sich ca. 70% der Darmkrebsfälle sporadisch, spontan bilden. Durch einen ungesunden Lebensstil wird die Gefahr erhöht. Wer unter Übergewicht leidet, sich wenig bewegt und falsch ernährt, raucht, Alkohol konsumiert, fördert das Risiko für einen künftigen Darmkrebs erheblich.

Das stellt der Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner aus München fest. Eine erbliche familiäre Belastung tritt hingegen bei ca. 30% aller Darmkrebsfälle auf. Laut Aussage von Dr. Birkner sollten bei Personen, bei denen nahe Verwandte an Darmpolypen oder Darmkrebs erkrankt sind, spätestens in ihrem 45. Lebensjahr eine Darmspiegelung veranlasst werden. Wenn kein familiäres Risiko vorliegt, zahlen die Kassen eine Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr im Abstand von zehn Jahren.

Laut Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung kann mit einer Darmspiegelung als Vorsorge die Sterblichkeit an Darmkrebs um bis zu 90% gesenkt werden. Die Chancen auf Heilung sind desto besser, je früher Vorstufen von Karzinomen im Darm und bereits metastasierte Karzinome erkannt werden. Zielgerichtete neue Therapien, dazu gehört die biologische EGFR-Antikörpertherapie, verhindern ein weiteres Krebswachstum bei Metastasen.

Bei dieser modernen Therapieoption kann im Gegensatz zur Chemotherapie vorab geprüft werden, bei welchem Patienten gute Chancen bestehen, auf die Therapie zu reagieren. Prof. Carsten Bokemeyer (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) erläutert, dass sich durch eine Biomarker-Bestimmung des Tumorgewebes, einem KRAS-Mutationstest, ermitteln lässt, ob von der sogenannten EGFR-Antikörpertherapie der Patient profitieren kann.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 29.10.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News