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Deutliche Erfolge mit HPV-Impfung (Humane Papilloma-Viren)


In Australien hat die allgemeine Impfung gegen HPV (Humane Papilloma-Viren) handfeste Erfolge gebracht. Im Jahre 2007 begann Australien mit einem flächendeckenden Impfprogramm gegen vier Typen von HPV. Der Impfstoff hat den Namen Gardasil® und erreicht wurde eine Impfrate von 80 bis 90 %.

Der Professor vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Lutz Gissmann berichtet, dass bereits drei Jahre nach Beginn der Impfungen die Krebsvorstufen, welche einer Behandlung bedürfen, bei unter 18-jährigen Mädchen um ca. 60 % zurückgegangen seien. Das gab Prof. Gissmann zu Beginn einer in Berlin stattgefundenen HPV-Konferenz bekannt. Deutliche Kreuzprotektion zeige der zweite zugelassene Impfstoff gegen HPV, Cervarix®, gegen noch andere Krebsvorstufen auslösende Typen von HPV.

Bereits nach kurzer Zeit, nachdem in Australien die Impfung begonnen hatte, war bei jungen sexuell aktiven Frauen das Entstehen von Genitalwarzen um 59 % geschrumpft.

Von dem Effekt der Impfung konnten auch heterosexuelle junge Männer aufgrund der Herdenimmunität profitieren. Bei ihnen konnte ein Rückgang der Genitalwarzen um 28 % festgestellt werden. Ausgelöst werden die Warzen ebenfalls von bestimmten Typen des HPV.

Der Forscher stellt fest, dass die anfänglich geherrschten Bedenken unbegründet waren. So bestanden  Zweifel an der Wirksamkeit und der Sicherheit der Impfung. Aber Gissmann gab zu, dass ein tatsächlicher Rückgang der Krebserkrankungen erst nach 10 bis 15 Jahren bewiesen werden könne, da  eine Tumorerkrankung sehr langsam entsteht.

In Deutschland liegt der Anteil der Impfungen in der Zielgruppe etwa bei 30 %. Bei uns erkranken zurzeit an Gebärmutterhalskrebs jährlich 6200 Frauen, bei 1700 Frauen endet er tödlich. Bei den Betroffenen sind ca. 2/3 im Alter unter 59 Jahren, zwischen 15 und 39 Jahren sind es 20%. Von den Krankenkassen wird für 12 bis 17-jährige Mädchen der finanzielle Aufwand der HPV-Impfung übernommen.

Die Entwicklung neuer Typen des Impfstoffes stimmt die Forscher optimistisch. In Amerika wird von Wissenschaftlern zurzeit ein Impfstoff getestet, der mit dem HPV-Protein L2 ausgestattet ist. Bisher wird L1 als Impf-Antigen genutzt, sagt Andreas Kaufmann (Berliner Charité, Gynäkologische Tumorimmunologie).

Auch sei der neue Impfstoff in der Herstellung kostengünstiger und einfacher als der jetzige. So könnten vor allem auch die Frauen in den Entwicklungsländern davon profitieren. Außerdem zeigten sich gegenüber anderen HPV-Typen auch hier gute Kreuzreaktionen.    


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 26.09.2011 - 10:39 Uhr
Kategorie: Medikamententester News