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Die Droge „Lava red“ ist gesundheitsgefährdend


Von den Gesundheitsbehörden wird vor der legalen Kräutermischung „Lava red“  gewarnt, denn sie bedroht die Gesundheit. Immer mehr Jugendliche werden nach dem Konsum der gefährlichen Modedroge ins Krankenhaus eingeliefert. Es handelt sich um Substanzen, die legal vertrieben werden mit oft fatalen Auswirkungen auf die Gesundheit. Gerade unter Jugendlichen ist der Konsum von Kräutermischungen zurzeit beliebt und verbreitet. Doch das Experimentieren mit Joints wie „Lava red“ und „Monkey go bananas“ ist nicht  ohne Risiko.   Die Anzahl der Jugendlichen, die nach der vermeintlich harmlosen  Einnahme der Kräutermischung ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, wächst ständig.

Angefangen hatte es vor einiger Zeit mit dem inzwischen verbotenen „Spice“. Ebenfalls eine Kräutermischung und als Modedroge benannt. Sie galt als Marihuana-Ersatz, fiel nicht unter das Betäubungsmittel-Gesetz (BtMG) und konnte kaum von den Drogenmessgeräten nachgewiesen werden. Das Produkt wurde als Raumduft verkauft und mit „Kräutermischung“ etikettiert, obwohl sich  auch synthetische Wirkstoffe darin befanden.

Die eigentliche Wirkung erzeugten meist diese chemischen Substanzen. Ungeklärt ist jedoch, welche Auswirkungen die Inhalation auf die Gesundheit der betreffenden Person hat. Vor ca. zwei Jahren ist „Spice“ verboten worden, aber zahlreiche neue Produkte sind inzwischen auf dem Markt. In ihren Mischungen scheinen die Hersteller aber einen ganzen Schritt weiter gegangen zu sein. Bei „Spice“ waren nur vereinzelte, wenige ärztliche Behandlungen vonnöten. Aber seitdem die Jugendlichen die Kräutermischungen wie „Monkey go bananas“ oder „Lava red“ konsumieren, ist es zu häufigeren Behandlungen im Krankenhaus gekommen. So mussten am letzten Wochenende mehrere Menschen im jugendlichen Alter von 14 bis 21 Jahren ins Krankenhaus eingeliefert und behandelt werden. Sie hatten „Lava red“ konsumiert. Der Notarzt stellte bei zwei 16-jährigen bereits Bewusstlosigkeit fest.

Das Giftinformationszentrum warnt, dass das Rauchen von „Lava red“ zu Krämpfen, Übelkeit, Atemnot, Sehstörungen, gefährlichen Herzrhythmusstörungen, Schweißausbrüchen und Bewusstlosigkeit führen kann. In den entsprechenden Onlineforen zeigten sich selbst langjährige Kiffer über die Wirkung erstaunt. Einige User äußerten sich überzeugt, dass die Wirkung sehr an harte chemische Substanzen erinnere. Gerade bei jungen Menschen ist die Wirkung gefährlich: Die Substanzen wirken auf deren Stoffwechsel meist noch stärker. Sie sind geistig noch nicht richtig gefestigt und die Folgen für die Psyche können verheerend sein. Eine fatale Wirkung hat auch die Assoziation mit Marihuana. Cannabis, dessen Wirkung heute ohnehin sehr stark ist, ist entgegen „Lava red“ noch einigermaßen zu kontrollieren. Gefährlich ist jedoch der Mix verschiedener Kräuter mit chemischen Substanzen, der extreme Folgen in gesundheitlicher Hinsicht hat, sagen warnend die Experten.

Dass zur Inhalation die Kräutermischungen ungeeignet sind, steht zwar warnend auf der Verpackung von „Lava red“. Hier liegt die Vermutung nahe, die Produzenten möchten sich vor allem rechtlich absichern, statt wirklich den Konsumenten vom Rauchen abzuraten. Viele Kräutermischungen werden als „Raumduft“ definiert. Sie werden in Läden für Zubehörteile für den Konsum von Cannabis verkauft, wie Wasserpfeifen, speziellem Papier für Zigaretten und Tabak. Solange diese Kräutermischungen nicht verboten sind, dürfen sie verkauft werden. Ein Polizeisprecher sagt, erst wenn negative Auswirkungen auf den Körper festgestellt werden, dürfen sie verboten werden.

Über den ortsansässigen „Headshop“ ist der Bezug des Produktes für viele Jugendliche relativ einfach, und solange das möglich ist, werden es viele benutzen. An die Betreiber der Geschäfte wird appelliert, kritischer zu prüfen, an wen sie diese Produkte verkaufen. Denn ständig wechseln die Mischungen, was nicht nur für den Gesetzgeber problematisch bei der Reglementierung ist, sondern auch die Konsumenten können die Wirkung nicht einschätzen und gehen für ihre Gesundheit ein unwägbares Risiko ein.

Diese Problematik wird durch das Marihuana-Verbot verschärft.  Als Ersatz für die verbotene Droge tauchen ständig neue Substanzen auf. In den Vordergrund rückt wieder ein altes Problem der Drogenpolitik in Deutschland. Unter die gesetzlichen Regelungen des BtMG fallen viele neuentwickelte Mittel nicht. Sie sollen aber eine Marihuana ähnliche Wirkung haben, man umgeht damit aber das bestehende Verbot. Dadurch kommen Mischungen auf den Markt, die in ihrer Wirkung vielfach verheerender auf die Gesundheit der Benutzer sind als beispielsweise Cannabis. Die steigende Anzahl von Jugendlichen, die in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen, ist ein Beleg dafür. Bisher wurde in dieser Richtung kaum Aufklärungsarbeit betrieben. Mit den sogenannten Kräutermischungen gehen viele Jugendliche relativ unbefangen um. Für sie völlig unvorbereitet geraten sie oft in äußerst gefährliche gesundheitliche Situationen.       


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 19.11.2010 - 22:29 Uhr
Kategorie: Medikamententester News