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Die meisten Menschen schließen beim Küssen die Augen, aber warum?


© Andrey Kiselev - Fotolia.com

An der University of  London haben sich Wissenschaftler dieser Frage gewidmet und festgestellt, dass das menschliche Gehirn gewisse Schwierigkeiten hat, außer visuellen Eindrücken noch andere Sinne zu verarbeiten. Wenn wir beim Küssen die Augen schließen, ist es dem Gehirn möglich, sich voll und ganz darauf zu konzentrieren. Kämen noch visuelle Reize hinzu, würde unser Gehirn dabei stark abgelenkt werden.

Die Ergebnisse der Studie von der Frage, warum die meisten Menschen beim Küssen die Augen schließen, haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance“ veröffentlicht.

Menschen verlassen sich sehr auf  visuelle Eindrücke. Dr. Sandra Murphy und Dr. Polly Dalton stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das Bewusstsein unseres menschlichen Tastsinns gedämpft wird, wenn zur gleichen Zeit eine visuelle Aufgabe gelöst werden muss. Für diese Untersuchung wurden die Probanden von den Wissenschaftlern aufgefordert, visuelle Aufgaben zu erledigen. Gleichzeitig wurde der Tastsinn der Probanden gemessen. Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass der Tastsinn für die Menschen weniger  verlässlich war, ihre Augen aber den größten Teil der Arbeit übernahmen.

Das Abschalten visueller Eindrücke hat zu Folge, dass verstärkt mentale Ressourcen für andere Aspekte frei werden. Wenn wir beispielsweise küssen, Sex haben oder tanzen, dann  rückt zunächst der Tastsinn in den Vordergrund.  Die Forscher erläutern, dass wir unseren Focus in diesen Situationen auf  die körperlichen Kontakte konzentrieren wollen und andere störende Einflüsse zu vermeiden suchen. Das könnte die Ergebnisse auch erklären, so Dr. Dalton, warum Menschen beim Küssen ihre Augen schließen. Durch Abschalten visueller Eindrücke hat der Mensch mehr psychische Ressourcen für eine Konzentration auf andere Erfahrungsaspekte.

Je anspruchsvoller die Anforderungen einer visuellen Aufgabe sind, desto schwerer kann es für Menschen werden, zusätzliche auditive oder visuelle Reize zu verarbeiten. Besonders der Tastsinn war Ziel der neuen Untersuchung. Dieser ist deshalb so extrem wichtig, weil taktile Informationen von immer mehr Warnsystemen genutzt werden, meinen die Wissenschaftler. Derartige taktile Warnsysteme werden zum Beispiel in manchen Flugzeugen und Autos eingesetzt.

Dabei verlangen aber beide Fahrzeugarten eine sehr hohe visuelle Konzentration, so die Experten. In einigen Autos werden beispielsweise taktile Warnungen angeboten, wenn über eine Fahrspurmarkierung gefahren wird. Die neue Untersuchung stellt klar heraus, dass für Fahrer solche Warnungen leicht unbemerkt bleiben können, wenn sie gerade bei der Bewältigung einer anspruchsvollen visuellen Aufgabe sind, zum Beispiel bei der Annäherung an eine belebte Kreuzung, so Dr. Murphy.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 17.04.2016 - 20:59 Uhr
Kategorie: Medikamententester News