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Ein neues Mittel gegen Malaria


Wissenschaftlern aus Deutschland ist zur Bekämpfung der gefährlichen Krankheit Malaria ein Durchbruch gelungen. Die Forscher entwickelten auf synthetischem Wege Medikamente gegen Malaria, die preiswert und in großen Mengen hergestellt werden können. Damit könnte man vielen kranken Menschen in den Entwicklungsländern helfen.

Als Hauptüberträger der gefährlichen Malariaviren gilt die Anopheles-Mücke. Die Malaria gehört zu einer der gefährlichsten Krankheiten auf der Welt. Jetzt wurde von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin und vom Max-Planck-Institut ein günstiges Verfahren entwickelt, bei dem ein Medikament gegen Malaria preiswert hergestellt werden kann. Bisher musste, um das Medikament herstellen zu können, in einem Verfahren die Substanz  dem Einjährigen Beifuß entnommen werden. Diese Artemisia annua wächst in Vietnam und China und ist im Umgang sehr teuer und aufwendig. So können sich viele Betroffene in Entwicklungsländern den Wirkstoff Artemisinin nicht leisten.

Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, die Medizin gegen Malaria synthetisch herzustellen. Das Abfallprodukt Artemisininsäure, welches bei der Abscheidung des Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß entsteht, gilt als Grundlage. So erklärt Peter Seeberger (Max-Planck-Institut, Potsdam), dass über eine neuentwickelte Apparatur in einem Schritt die Säure zu Artemisinin umgewandelt werden kann. So lassen sich kontrolliert große Mengen herstellen. In einem fotochemischen Verfahren wird mit Hilfe von UV-Licht Sauerstoff chemisch umgewandelt. Der Schlauch, durch den die Flüssigkeit läuft, ist um eine UV-Lampe gewickelt. So wird das benötigte Artemisinin gewonnen.

Die Wissenschaftler meinen, dass mit ca. 800 dieser Geräte der weltweite Bedarf an Artemisinin abgedeckt werden könnte und das bald. Das Verfahren könnte in rund sechs Monaten marktreif sein. So wäre die Arzneimittelproduktion nicht mehr von Pflanzen abhängig. 2010 starben weltweit 655.000 Menschen an Malaria, vorwiegend in Afrika. Von den Todesfällen sind 90 % Kinder unter fünf Jahren betroffen. Durch eine preisgünstigere Medikamentenherstellung könnte man vor allem den Menschen in den Entwicklungsländern besser helfen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 26.01.2012 - 21:13 Uhr
Kategorie: Medikamententester News