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Eine wichtige Studie über Prostatakrebs droht zu scheitern


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Einer Therapiestudie, die Klarheit über das Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom bringen soll und die über die Deutsche Krebshilfe und den Krankenkassen finanziert wird, fehlen die Studienteilnehmer.

Man war von einer Teilnahme von 7000 betroffenen Männern ausgegangen, nur 200 haben sich als Probanden gemeldet. Bei der Studie mit Namen PREFERE handelt es sich um eine Therapie beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom, lokal begrenzt. Es soll bei der Untersuchung geklärt werden, welches der bessere Therapieweg bei den 4 regulären Behandlungsvarianten ist. Es sollen die radikale Prostatektomie, die Low-Dose-Brachytherapie (innere Bestrahlung mit implantierter Seeds), die perkutane Strahlentherapie und die Active Surveillance (aufmerksame Beobachtung) geprüft werden.

In einer Mitteilung wird von der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) berichtet, dass für die PREFERE-Studie, 2013 aufgelegt, 7000 männliche Studienteilnehmer, für die die Diagnose „frühes Prostatakarzinom“ zutrifft, rekrutiert werden sollen. Nun liegt allerdings die aktuelle Anzahl der Studienteilnehmer (nach Zufallsprinzip ausgewählt) weit unter den Erwartungen.

Die aktive Rekrutierung läuft seit ca. einem Jahr. Dafür wurden bis jetzt über 2000 Männer gescreent. In die Studie wurden aber nur 200 von ihnen eingeschlossen. Die Enttäuschung darüber liegt insbesondere bei den Geldgebern der Studie.

Zitat von Professor Oliver Hakenberg: „Viel zu optimistisch war die Planung der Rekrutierungszahlen.“ Akzeptanzprobleme sieht der DGU-Generalsekretär und „ein deutlich längerer Atem ist für dieses große Vorhaben nötig.“

Hakenberg sieht auch als einen Grund für die mühsame Rekrutierung darin, dass es einigen Männern schwer klarzumachen ist, an einer Therapieform durch eine zufällige Zuweisung teilzunehmen, um den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu erweitern. Über das Studienangebot sollten die Urologen gut informieren.

Teilnehmer der PREFERE-Studie können nach eingehender Beratung und nachdem ihre Diagnose kontrolliert wurde, maximal zwei von vier Behandlungen ablehnen, ehe sie per Zufallsprinzip einer Therapiealternative zugeordnet werden.

Informationen über die Studie und die vier Möglichkeiten der leitliniengerechten Therapie erhalten die an Prostatakrebs erkrankten Männer in der Regel von den niedergelassenen Urologen. Hakenberg sagt, dass die DGU die PREFERE-Studie seit ihrem Anfang beworben und nachhaltig unterstützt hat.

Deshalb sein Appell an alle Urologen, sich stärker für die Akzeptanz der Studie einzusetzen. Die Patienten sollen über das Studienangebot intensiv informiert werden, um Hemmschwellen zu überwinden. Strahlentherapeuten können ebenfalls in die Werbung zur Studie einbezogen werden. Für alle betroffenen Männer dürfte dieses Studienprojekt von Interesse sein und keine Anstrengung dürfte zu groß sein, um das Projekt endlich anzukurbeln.

In einer Mitteilung äußert der DGU-Generalsekretär, dass solche Studien für einen medizinischen Fortschritt notwendig sind, um eine optimale und richtige Behandlung von Prostatapatienten zu sichern.


Von: Stefan Lübker / Probanden-online.de
Veröffentlicht am: 16.04.2015 - 19:40 Uhr
Kategorie: Medikamententester News