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Embryonen-Gentests / PID (Präimplantationsdiagnostik)


Im Bundestag suchen Gegner der PID (Präimplantationsdiagnostik) Verbündete für ein Verbot, an Embryonen Gentests durchführen zu dürfen. Jetzt hat im Bundestag das Ringen um Mehrheiten begonnen. Denn die Entscheidung des Unionsparteitages für ein derartiges Verbot war knapp. Annette Schavan (stellvertretende CDU – Vorsitzende) sagte gegenüber der „Rheinischen Post“ „dass es jetzt darauf ankommt, auch über die eigene Fraktion hinaus Verbündete für ein Verbot im Bundestag zu finden.“

Dagegen stellte der Unionsfraktionschef Volker Kauder klar, dass für die Unionsfraktion die Entscheidung des Parteitages nicht bindend sei. Er nimmt an, dass sich in der Fraktion daher zwei Initiativen bilden werden: Die erste könnte für eine begrenzte Zulassung plädieren und die zweite ist für ein Verbot der PID. So äußerte sich Kauder gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der CDU-Parteitag hatte sich am Dienstag gegen eine Zulassung von Embryonen-Gentests ausgesprochen.

Bildungsministerin Schavan merkt an, dass bioethische Fragen von enormer Komplexität sind, was sich nicht mit einfachen Sätzen beschreiben lässt. Das kann man auch an der knappen Entscheidung ablesen. Im Parteitag ging es um einen intensiven Austausch der Argumente. Hier gibt es viel zu bedenken, um zu einer Lösung zu kommen, die auch überzeugend wirkt.

Vom Koalitionspartner FDP wurde ein interfraktioneller Antrag zur gesetzlichen Regelung der PID angekündigt. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP Ulrike Flach äußerte gegenüber der „Bild“-Zeitung, dass das knappe Ergebnis der Bundestagsentscheidung zeigt:  Hier handelt es sich um eine Gewissensentscheidung und es war richtig, im Bundestag die Entscheidung freizugeben. Schon in den nächsten Wochen wird eine Gruppe aus sämtlichen Fraktionen einen Vorschlag unterbreiten. Die SPD möchte sich dafür Zeit nehmen, mindestens ein Jahr, bis das Parlament eine endgültige Entscheidung trifft. Im kommenden Sommer wird eine Empfehlung des Deutschen Ethikrates erwartet, darauf sollte man warten, äußerte der Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann.  Eine Zulassung, die eng begrenzt ist, sei aus seiner Sicht notwendig. Ein Verbot könnte mehr Spätabtreibungen begünstigen, was auch niemand möchte.

Das knappe Votum des CDU-Parteitages wurde vom Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK) kritisiert. Der Sprecher der AEK, Martin Lohmann erklärte, „dass die knappe Mehrheit höchst besorgniserregend sei“. Auch scheinen wichtige CDU-Spitzenvertreter in grundsätzlichen Fragen von christlicher Verantwortung nicht orientierungssicher zu sein. Damit wurde das von führenden Unionsvertretern beschlossene PID-Verbot im CDU-Grundsatzprogramm wieder infrage gestellt.

Im Reagenzglas erzeugte Embryonen werden bei der PID vor ihrem Einbringen in den Mutterleib gentechnisch untersucht. Wenn Erbschäden festgestellt werden, sortiert man sie aus.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 24.11.2010 - 20:57 Uhr
Kategorie: Medikamententester News