Ihr Medikamenten Informationsportal
Wissenswertes für Probanden
Kontaktadressen-Liste für Kliniken

Empörung in der Schweiz über den Novartis Pharmakonzern


Laut schweizerischer Justizministerin ist die Wut über die unmäßige Bonuszahlung eines Managers riesig. Nach seinem Ausscheiden aus dem Konzern Novartis soll der Verwaltungsratschef 72 Millionen Franken erhalten und zwar als Berater. Nur vierzehn Tage vor der Volksabstimmung über die Entlohnung der Manager kam diese Ankündigung.

Zürich. Die Gemüter in der Schweiz sind über die Nachricht erhitzt. So soll Daniel Vasella, der scheidende Verwaltungsratspräsident des Pharmakonzerns, über weitere sechs Jahre eine stattliche Vergütung erhalten. Im Schweizer Fernsehen erklärte Vasella, dass er auf maximal 72 Millionen Franken innerhalb der sechs Jahre käme. Er solle nur eine Bedingung erfüllen, nach der er sich verpflichte, dass er  nur den Pharmakonzern Novartis berate und sich nicht auf ein Konkurrenzunternehmen einlasse. Damit wird von ihm ein Bericht des Online-Finanzmagazins Inside Paradeplatz bestätigt.

72 Millionen Franken entsprechen ca. 58 Millionen Euro. Viele Schweizer sind darüber empört. Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Markus Büchel sagt in einem Interview im Radio, „ dass diese Summe alle vernünftigen Dimensionen sprenge“. Im Fernsehen hörte man von Simonetta Sommaruga, der Justizministerin, dass es in der Bevölkerung mächtig brodle und die Wut riesig sei. Es mache sie sprachlos, was über Vasella zu hören sei. Der Präsident der FDP, einer wirtschaftsfreundlichen Partei sagt: „Die liberale Schweiz wird von Vasella aufs Schafott geführt.“

In der Schweiz sieht die sogenannte Abzocker-Initiative vor, dass zukünftig Aktionäre über Managerlöhne verbindlich abstimmen können. Die Ankündigung Vasellas kam zwei Wochen vor der Volksabstimmung. Die Befürworter der Initiative hatten laut Umfragen schon vor der schockierenden Nachricht einen Vorsprung.

Befürchtungen, das Blatt doch noch zu wenden, hegen Politologen und Beobachter. Sie gehen davon aus, dass es die Gegner unter Leitung des Wirtschaftsverbandes nicht schaffen werden. Bei der konservativen „Neuen Züricher Zeitung“ heißt es in einem Kommentar: „Die Auswüchse der Vergütungen von Vasella in den letzten Jahren waren viel zu grotesk. Sie widersprächen jedem gesunden Menschenverstand. In der Schweiz seien mit diesen Salären die gültigen gesellschaftlichen Regeln nicht eingehalten worden.“

Der 59jährige Vasella verlässt den Konzern auf der Generalversammlung. Hiermit wird bei Novartis eine Ära beendet. Als Nachfolger ist Jörg Reinhardt, bisheriger Chef der Pharmasparte Bayer-Konzern, vorgesehen.

Im Jahr 1996 fusionierten die Pharmakonzerne Sandoz mit Ciba-Geigy und Vasella trat an die Spitze der neu gebildeten Novartis. Das Amt des Präsidenten nahm er 1999 ein. In diesen Jahren hat er mehrere hundert Millionen Franken eingenommen. Er wurde einer der bestbezahlten, aber auch ebenso umstrittensten Manager in der Schweiz. Vasella wurde neben seinem hohen Gehalt wiederholt vorgehalten, dass der Aktienkurz stagniere.

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 25.02.2013 - 17:40 Uhr
Kategorie: Medikamententester News