Ihr Medikamenten Informationsportal
Wissenswertes für Probanden
Kontaktadressen-Liste für Kliniken

Erhöhte Anzahl von Krebserkrankungen um „Asse II“


Ist es statistisch nur ein Zufall, dass rund um das marode Atommülllager „Asse II“ eine erhöhte gemessene Anzahl von Erkrankungen an Krebs festgestellt wurde? Das jedenfalls behauptet die Bundesregierung in einer ersten Stellungnahme. Es sei „kein erkennbarer Zusammenhang“ zu sehen. Umweltschützer deuten diese Äußerung als Statement für die Verlängerung der Laufzeit von Atomanlagen in Deutschland. „Was nicht sein darf, darf auch nicht sein.“ Die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke äußerten ebenfalls deutlich Kritik.

Die Häufung von Erkrankungen an Leukämie und Schilddrüsenkrebs rund um das marode Atommülllager „Asse II“ basiere auf statistischem Zufall, so lautet die erste Stellungnahme der Bundesregierung. Entsprechend vorliegender Untersuchungsergebnisse lässt sich der beobachtete Anstieg der Erkrankungen im Raum Asse nicht durch die Strahlung aus der Asse erklären. So heißt es in einer Antwort des Bundestages auf die Anfrage von Bärbel Höhn (Grüne Fraktionsvorsitzende). Die schwarz-gelbe Koalition wurde von Höhn befragt, ob zwischen den gehäuften Krebserkrankungen und „Asse II“ ein Zusammenhang bestehe. Als Antwort kam reichlich Kritik. Die Regierung wurde vom SPD Fraktionsvize Hubertus Heil davor gewarnt, die erhöhten Erkrankungen zu verharmlosen. Gegenüber dem Sender „FFN“  äußerte Heil, „das müsse sauber untersucht werden“. Als „mutig“ bezeichnete Stefan Wenzel (stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen) die erste Stellungnahme. Ein möglicher Zusammenhang sei trotz der Aussagen des Umweltministeriums nicht widerlegt. Ursula Heinen-Esser (Umwelt-Staatssekretärin der CDU) gab zu bedenken, dass man den beobachteten erhöhten Anstieg der Krebserkrankungen erst dann mit Strahlung erklären könnte, wenn die Strahlendosis „etwa 10.000 mal höher sei“, als zur Zeit .

Die Einberufung einer unabhängigen Untersuchung forderten dagegen die Grünen. Wenzel fordert, dass die Untersuchungen vor Ort durchgeführt werden müssen und die Kommunalpolitiker sowie Fachleute aus Bürgerinitiativen daran beteiligt werden. Umweltbundesminister Röttgen wird von Wenzel aufgefordert   zu beweisen, dass wirklich nur  Sachverständige von der Strahlenschutzkommission des Bundes  und von der Atomindustrie unabhängige Personen mit den Untersuchungen beauftragt werden. Es muss unbedingt ausgeschlossen werden, dass bei der Untersuchung Personen beteiligt werden, die in einer finanziellen oder institutionellen Abhängigkeit stecken. Wenzel fordert weiterhin eine Überprüfung der Personalakten von ehemaligen Mitarbeitern von Asse und von beteiligten Fremdfirmen auf ihre Vollständigkeit. Stichproben sollen zeigen, ob vom alten Betreiber eventuelle „kritische Krankenakten“ vernichtet oder vorenthalten wurden. Auffällig sei, dass nach dem Betreiberwechsel Personalakten nur mit großem Zeitverzug eingesehen werden konnten.

In einer neuesten Stellungnahme der Atomkraftgegner und Umweltschützer wurde der Spruch bestätigt „Es darf nicht sein, was nicht sein darf“.

Da in der jetzigen Legislaturperiode die Laufzeiten von Atommeilern verlängert werden, der Atommüll zunimmt, darf plötzlich Atomkraft nicht krank machen. Dabei ist längst nachgewiesen worden – in der Kinderkrebsstudie (KIKK) -  dass ein erhöhtes Krebsrisiko  im Zusammenhang zwischen einem Atomkraftwerk und Wohnortnähe besteht. Eine Studie des IPPNW sagt aus, dass auch weniger Kinder um AKWs geboren werden. Die Umweltschützer sind überzeugt, dass die höhere Rate von Erkrankungen an Krebs um AKWs kein Zufall ist.

126 000 Fässer, die schwaches und mittelradioaktives  Material enthalten, lagern in der Schachtanlage „Asse II“.  Die Krankheitsrate im Umfeld von dieser Anlage ist, entgegen dem  Bundesdurchschnitt, um ein Vielfaches höher. Dies sagt eine statistische Erhebung aus. Seit Jahren fordern Anwohner, Umweltschützer und die Grünen eine Stilllegung des maroden Betriebes „Asse II“.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 10.12.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News