Ihr Medikamenten Informationsportal
Wissenswertes für Probanden
Kontaktadressen-Liste für Kliniken

Erhöhtes Krebsrisiko durch Schlaftabletten


In einer neuen Studie über die Ursache von Krebserkrankungen zeigte sich, dass Schlafmittel das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigern und auch zu einem vorzeitigen Tod führen können. Schlafmittel sollten besser durch Verhaltenstherapien und Entspannungsübungen ersetzt werden, raten Forscher.

Die aktuelle Studie wurde in Los Angeles am „Scripps Clinic Viterbi Familiy Sleep Center“ von Wissenschaftlern durchgeführt. Alle Menschen, die wegen Schlafstörungen auf Schlafmittel zurückgreifen, dürften in Alarmstimmung versetzt werden: Denn sogar Schlafmittel, die als scheinbar harmlos gelten, können Krebs auslösen und das Sterberisiko erhöhen. So das Ergebnis der Studie.

Von den Medikamenten gehören Hypnotika den Forschern zufolge zu den Klassikern. So hätten im Jahr 2010 zwischen 6 und 10 % der Erwachsenen Hypnotika eingenommen. In Deutschland würde der Prozentsatz ähnlich liegen, laut Prof.Dr. Ingo Fietze, Schlafmediziner vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité.

An der Studie beteiligten sich 10.529 Probanden, die von dem kalifornischen Forschungsteam von Scripps untersucht wurden. In einem zweieinhalbjährigen Beobachtungszeitraum hatten die Probanden unterschiedliche Hypnotika verordnet bekommen. Diese Probanden wurden von den Forschern mit weiteren 23.676 Probanden verglichen, die keine Hypnotika eingenommen hatten. Die beiden Gruppen der Probanden befanden sich im gleichen Alter und Geschlecht, weitgehend überein stimmten Lebensstil und vorhandene gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Die nun veröffentliche Studie zeigte ein erstaunliches Ergebnis: Der Zusammenhang von der Hypnotika-Einnahme und einem erhöhten Sterberisiko war eindeutig. Auch bei solchen Patienten, die unter 18 Packungen pro Jahr einnahmen, war das Sterberisiko um 3,5 % höher im Vergleich zu den Probanden, die keine Hypnotika eingenommen hatten.

Das Sterberisiko war bei denjenigen um ein Vierfaches erhöht, die 18 bis 132 Mal pro Jahr Schlaftabletten eingenommen hatten. Betrug die Einnahme über 132 Packungen, war das Risiko um das Fünffache höher als bei den Probanden, die nichts eingenommen hatten.

Der Studie nach steigt auch die Gefahr einer Krebserkrankung mit dem Einnehmen von Hypnotika. So erhöhten sich die Risiken einer Krebsdiagnose um 35 % bei solchen Probanden, die häufig Schlaftabletten eingenommen hatten.

Patienten sind in jedem Alter davon betroffen. Die Forscher haben die eindeutigsten Folgen jedoch bei Probanden im Alter von 18 bis 54 Jahren festgestellt.

In der Studie wurden neuere Hypnotika, die den Wirkstoff Zolpidem enthielten, untersucht. Außerdem das seit 1960 auf dem Markt befindliche Pharmazeutikum Benzodiazepine.

Explizit wird von den Wissenschaftlern darauf hingewiesen, dass in ihrer Studie nicht stichhaltig Ursache und Wirkung aufgezeigt werde. So könnten auch solche Patienten, die Hypnotika zu sich nehmen, schon vorher über erhebliche gesundheitliche Schäden gelitten haben, beispielsweise in genetischer Hinsicht. Weiter berichten die Wissenschaftler, dass innerhalb des Studienzeitraumes nur eine relativ geringe Anzahl der Probandenverstorben sei. Von den 12.529 Probanden, die Hypnotika eingenommen hatten, sind ca. 640 verstorben.

Aber dennoch: Mit älteren Untersuchungen sehen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in einer Linie. In zuvor 24 publizierten Studien wurde eine Verbindung zwischen Schlaftabletten mit Krebserkrankung und Sterblichkeit konstatiert.

 


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 05.02.2014 - 21:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News