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Erhöhtes Krebsrisiko durch zu heißen Teegenuss


©pixabay

Ein gutgemeinter Rat an Teetrinker: Ihr solltet den Tee auf keinen Fall zu heiß zu euch nehmen. Eine aktuelle Studie besagt, dass durch den Verzehr von zu heißem Tee der Speiseröhre Schaden zugefügt werden kann. Somit wird in diesem Bereich das Risiko für Tumore erhöht.

Diese Studie erschien kürzlich im, International Journal of Cancer‘. Dafür sammelten Forscher zwischen 2004 und 2017 Daten von mehr als 50.000 Menschen im Alter von 40 bis 75 Jahren.

Die Wissenschaftler der Tehran University of Medical Sciences begleiteten im Schnitt etwa zehn Jahre lang die Probanden, die alle aus der nordiranischen Provinz Golestan stammten.

Die Wissenschaftler erfassten Informationen zum Teekonsum, zu Einkommen, Bildung und anderen Ernährungsgewohnheiten, die Einfluss auf das Krebsrisiko haben könnten. 

Durch kochendes Wasser werden nicht nur Geschmack und Nährstoffe im Tee vernichtet, sondern trinkt man den Tee nach einer zu kurzen Abkühlungszeit, erhöht sich auch das Risiko für Speiseröhrenkrebs.

Entscheidend ist die Trinktemperatur

Es galt die bei den Teilnehmern bevorzugte Temperatur bei der Tee-Zubereitung herauszufinden. Dazu erhielten sie in ihren Häusern und Wohnungen den Besuch eines Mitarbeiters des Forschungsteams. Die Probanden wurden dann gebeten, jeweils zwei Tassen Tee einzuschenken.

Zur Bestimmung der Getränketemperatur wurde ein Thermometer verwendet. Die Teilnehmer sollten das erste Mal bei einer Temperatur von 75 Grad Celsius vom Tee kosten. Sollte das noch zu heiß gewesen sein, folgten noch weitere Proben bei 70, 65 und 60 Grad.

Auf diese Weise wurden die üblichen Tee-Trinktemperaturen der Teilnehmer ermittelt.

Krebsrisiko und Teetemperatur hängen zusammen

Während des Studienzeitraums erkrankten 317 der 50.000 Teilnehmer an einem Plattenepithelkarzinom. Dieses zählt zu den häufigsten Speiseröhrenkrebsarten.

Die ermittelten Daten wurden durch die Forscher um Einflussfaktoren wie Alkoholkonsum oder Rauchen bereinigt. Dadurch entstanden statistisch eindeutige Zusammenhänge zwischen Teetemperatur und Krebsrisiko. Je heißer der Tee getrunken wurde, umso größer war das Risiko eines Tumors.

Teilnehmer, die täglich nicht mehr als 0,7 Liter Tee mit einer Temperatur von kleiner als 60 Grad Celsius getrunken hatten, wurden mit solchen verglichen, die mehr Tee mit einer höheren Temperatur getrunken hatten. Deren Krebsrisiko stieg um 90 Prozent.

Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass die Daten nur belegen, dass die Konsumenten heißer Tees öfter an Krebs erkrankten. Das heißt aber nicht, dass die Tumore tatsächlich vom heißen Tee verursacht wurden.

Entzündungen durch heißen Tee wären möglich

Das Ergebnis lässt die Forscher vermuten, dass die heißen Temperaturen in der Speiseröhre Verletzungen verursachen könnten.

Die daraus hervorgerufenen Entzündungen könnten das Erbgut verändern oder zur Bildung karzinogener Substanzen beitragen.

Stephan Evans, er gehört zur London School of Hygiene & Tropical Medicine, bekräftigt die Vermutung der Forscher zur denkbaren Ursache: „Es ist möglich, dass die Verletzung zu Zellveränderungen führt und somit Krebs auslösen könnte“.

Schon länger warnt WHO vor heißen Getränken

Die Forscher gehen mit ihrem Forschungsschwerpunkt der Studie keiner völlig neuen Vermutung nach: Bereits im Jahr 2016 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Trinken sehr heißer Getränke abgeraten.

In diesem Zusammenhang wurden Tee, Kakao oder Kaffee mit einer Temperatur von mehr als 65 Grad als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.

Ebenso warnt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums vor dem Verzehr: „Das Risiko für Speiseröhrenkrebs wird durch den Konsum sehr heißer Getränke erhöht“.

Eine große Menge an Probanden lieferte eindeutige Hinweise auf einen Zusammenhang. Somit wird diese Einschätzung durch die aktuellen Studienergebnisse untermauert.


Von: Stefan Lübker/ Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 30.03.2019 - 10:49 Uhr
Kategorie: Medikamententester News