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Häufige Dosierungsfehler bei Medikamenten


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Um möglichst schnell wieder gesund zu werden, nimmt man Medikamente ein. Für die richtige Wirksamkeit der Arzneimittel und dass der Krankheitsverlauf sich nicht verschlimmert, sind die genaue Anwendung und Dosierung sehr wichtig. Die Apothekerkammer Niedersachsen weiß, wie man mit kleinen Tricks oder speziellen Hilfsmitteln die Einnahme vereinfachen kann, sollte der Patient durch eine falsche Handhabung das Arzneimittel nicht in der erforderlichen Konzentration aufnehmen.

Es gibt vielfältige Einnahmefehler: Das Öffnen der Verpackung und die Handhabung können Probleme verursachen. Gerade bei älteren Patienten mit eingeschränkter Motorik oder weniger Kraft in Fingern und Händen geschieht dies häufiger. Wird das Medikament unterdosiert, hat dieses keine oder nur unzureichende Wirkung. Bei Überdosierung können verstärkte Nebenwirkungen oder auch weitere Erkrankungen die Folge sein.

Apotheke bietet Unterstützung bei der Handhabung an

Die örtliche Apotheke kann motorisch eingeschränkten Patienten Hilfe anbieten, um Fehldosierungen zu vermeiden. Praktische Hilfsmittel sind zum Beispiel Tablettenteiler, Tubenausquetscher, Augentropfhilfen, Entblisterer oder auch elektronische Tropfenzählgeräte, um das genaue Abzählen der Tropfen zu erleichtern.

Tipp für Patienten mit einer Sehbeeinträchtigung: Sie können die Medizin in einen leeren Plastikbecher tropfen und die Anzahl der Tropfen akustisch verfolgen. Die Apotheke hilft auch beim Öffnen kindergesicherter Verschlüsse oder bietet Beipackzettel mit vergrößerter Schrift an. Für Vergessliche gibt es einen Wochen- oder Tagesdispenser. Mit solch einer Box wird der Patient über bereits eingenommene und noch einzunehmende Medikamente informiert.

Tabletten sollten nicht eigenmächtig geteilt werden

Bereits bei der Einnahme der Tabletten gibt es häufig Fehlerquellen. Eine Tablette ist immer als Einzeldosierung abgestimmt. Daher sollten diese keineswegs eigenmächtig geteilt werden. Für eine langsame Dosissteigerung oder -verminderung gibt es extra teilbare Tabletten. Sie lassen sich mittels einer Bruchkerbe definiert halbieren. Dies geschieht entweder durch Fingerdruck oder mit einem Tablettenteiler. Ein Küchenmesser ist zum Zerschneiden nicht zu empfehlen.

Auch sollten Tabletten zur weiteren Lagerung nicht schon im Voraus geteilt werden. Die Reste einer bereits geteilten Tablette werden entweder zurück in den Blister gedrückt oder in einem Dispenser oder Tablettenteiler aufbewahrt. Um die Tablettenhälfte exakt zuordnen zu können, sollte man das Dispenserfach gleich richtig beschriften. Sind Tabletten Feuchtigkeit und Licht ausgesetzt, kann dies dem Wirkstoff schaden.

Flüssige Arzneien richtig angewendet

Messlöffel mit gut sichtbarer Graduierung, aber auch Kolbendosierpipetten sind eine gute Hilfe, flüssige Arzneimittel richtig einzunehmen. Kolbendosierpipetten steckt man in die Flaschenöffnung. Durch Umdrehen der Flasche werden sie befüllt. Grundsätzlich soll man flüssige Medikamente mit einem Glas Wasser einnehmen. Hilfreich ist dabei, die Tropfen in einen leeren Plastikbecher fallen zu lassen, um die Anzahl akustisch zu verfolgen, falls eine etwaige Sehbeeinträchtigung vorliegt.

Bestimmte Suspensionen, beispielsweise Augentropfen, Nasensprays oder Dosieraerosole muss man vor der Anwendung schütteln, um die darin enthaltenen Partikel gleichmäßig zu verteilen. Dann muss das Medikament aber auch sofort angewendet werden, um das Wiederabsetzen der Wirkstoffe am Boden zu verhindern.

Eine als Quetschhilfe dienende Wimpernzange kann zum Beispiel die Anwendung von Augentropfen erleichtern.

Hilfe aus der Stammapotheke

Die Betreuung in einer Stammapotheke hat einen großen Vorteil. Alle abgegebenen rezeptpflichtigen Medikamente und rezeptfreie Arzneimittel können bezüglich ihrer Wechselwirkungen überprüft werden. Direkt mit dem Patienten werden neue Tabletten oder eine andere Dosierung besprochen. Doppelverordnungen durch mehrere Ärzte beispielsweise werden schneller erkannt und der Apotheker kann somit eine Überdosierung verhindern.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 01.05.2018 - 23:39 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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