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Haustier-Medikamente gefährlich für Kinder


© javier brosch - Fotolia.com

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Möglichkeiten zur Behandlung kranker Haustiere deutlich verbessert. Krebsleiden und chronische Erkrankungen führten früher zum Einschläfern des Haustieres. Diese Erkrankungen können heute behandelt werden. Immer häufiger gelangen damit auch hochwirksame und somit toxische Stoffe in den Haushalt. Dazu zählen Krebsmedikamente wie Cyclophosphamid, Mitotan, Chlorambucil, Procarbazin, aber auch Analgetika, Antibiotika, Hormonpräparate sowie Mittel gegen Parasiten oder andere Kinder gefährdende Substanzen.

Die meisten Haustierbesitzer sind nicht in der Lage, die Medikamente richtig zu verabreichen, da sie keine Ausbildung dazu haben. Auch verweigern die Haustiere manchmal die Aufnahme der Medikamente, spucken diese wieder aus oder lassen den Futtertrog einfach stehen. Sich in der Nähe befindende Kleinkinder können somit einfach mit den Wirkstoffen in Berührung kommen oder sie finden die Medikamente, die für das Haustier gedacht waren, auf ihren Entdeckungstouren.

Die Zahl der Anrufe ist in den Notrufzentralen in den letzten Jahren gestiegen. Kristin Roberts vom Nationwide Children’s Hospital in Columbus/Ohio zeigt in einer Untersuchung die prozentuale Verteilung der Betroffenen. 88 Prozent der Kinder waren unter fünf Jahre alt, 93 Prozent haben Arzneimittel geschluckt, die für das Haustier gedacht waren, gewöhnlich wurden die Mittel auf dem Tisch in der Wohnung oder in einer Tasche entdeckt (61 Prozent). Es geschahen aber auch unbeabsichtigte oder zufällige Einnahmen während der Verabreichung an ein Haustier (23 Prozent). Die häufigsten Fälle (96Prozent) traten zu Hause auf und die meisten Arzneimittel waren für den Hund vorgesehen (88 Prozent).

Auch für Teenager besteht eine Gefahr, wenn sie im häuslichen Medikamentenschrank nach einem Schmerzmittel suchen und an Tierarzneimittel geraten. Daher sollten Tiermedikamente stets von Humanarzneimitteln getrennt und für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden. Die meisten falschen Einnahmen verliefen glimpflich. Die Giftzentralen konnten in 97 Prozent der Fälle entwarnen. Eine Gesundheitsschädigung war nicht zu erwarten.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 07.03.2017 - 19:30 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

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