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Hindernisse bei Versorgung mit Impfstoffen


©pixabay

(vfa Pressemitteilung)

· Schieflage im Gesetzentwurf: Zu hohe Industrierabatte, zu wenig Impfförderung
· Impfstoffversorgung in Deutschland wird zunehmend unattraktiver
· Verschärfung der Versorgungsengpässe in der Grippesaison durch eine Niedrigpreispolitik

Im Rahmen der Diskussion um das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) diskutiert die Politik derzeit das Thema Impfen. Vfa- Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer meint dazu:

„Durch die geplante massive Erhöhung der Herstellerabschläge bei Impfstoffen wird die angestrebte bessere Versorgungssicherheit gefährdet. Im Gesetzentwurf finden sich gleichzeitig derzeit keine Maßnahmen, um den Fokus der Krankenkassen verstärkt auf die Impfförderung zu lenken. Diese Schieflage verlangt eine Korrektur.“

„Auf dem Weg zu einer besseren   in Deutschland wäre die Erhöhung des Zwangsrabattes bei Impfstoffen ein massives Hindernis. Dies hätte ein geringeres Marktaufkommen zur Folge. Es greifen dann Marktmechanismen, sollte die weltweite Nachfrage größer als der momentan verfügbare Impfstoff sein. Dazu gehören auch realistische Preise. Bei der Knappheit bestimmter Impfstoffe (beispielsweise gegen Grippe) kann das darüber entscheiden, wohin der Impfstoff geliefert wird. Er lässt sich ja nicht auf Knopfdruck nachproduzieren“, so Fischer weiter.

Hintergrund:

Derzeit liegen in Deutschland die Impfstoffpreise auf dem Niveau anderer EU-Länder. Der TSVG-Entwurf sieht vor, auf die Impfstoffpreise einen zusätzlichen pauschalen Zwangsrabatt in Höhe von 5 % zu erheben. Für saisonale Grippeimpfstoffe sollen 10 % erhoben werden. Nicht nur für alle Impfstoffhersteller bedeutet das eine massive finanzielle Belastung. Dadurch sinkt auch die Attraktivität des deutschen Marktes beträchtlich. Diese Maßnahme ist angesichts begrenzter Produktionskapazitäten, weniger Anbieter, globalen Wettbewerbs und weltweit steigenden Bedarfs an Impfstoffen versorgungspolitisch höchst riskant.

Sie widerspricht dem Anliegen, das an anderer Stelle im Gesetzentwurf formuliert wurde, die Liefer- und Versorgungssicherheit zu verbessern. Auch der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum TSVG-Entwurf darauf hingewiesen. Für eine gesicherte Versorgung sind stabile Rahmenbedingungen erforderlich. Eine Mehrfachrabattierung von Impfstoffen bedeutet im weltweiten Nachfragewettbewerb ein gegenteiliges Signal.

Kontakt:

Dr. Jochen Stemmler
Tel.: +49 30 20604-203
Fax: +49 30 20604-209
Email:  j.stemmler@vfa.de


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 20.01.2019 - 19:28 Uhr
Kategorie: Medikamententester News