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Impfstoff gegen Grippewelle beinahe wirkungslos


© K.- P. Adler - Fotolia.com

Eine neue Grippewelle hat in Deutschland Einzug gehalten. Obwohl laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland jährlich viele Menschen an Grippe (Influenza) erkranken, kann die Schwere der Krankheit stark schwanken. Jetzt wird seit Mitte Januar 2015 ein drastischer Anstieg von gemeldeten Grippefällen registriert. Besonders häufig sind Infektionsfälle im südlichen und südwestlichen Teil Deutschlands zu beobachten. Die Grippewelle könnte in diesem Jahr besonders stark ausfallen, so die Experten.

Das RKI gab bekannt, dass nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) für die 5. Meldewoche dieses Jahres bereits 2.420 Influenzafälle klinisch-labordiagnostisch bestätigt und dem RKI übermittelt worden seien. Seit der 40. Meldewoche 2014 seien insgesamt etwa 5.700 Grippefälle bestätigt und gemeldet worden. Allein in der letzten Meldewoche betrug die Zahl der Neu-Erkrankungen etwas weniger als die Hälfte der Gesamterkrankungen, was deutlich anzeigt, wie sehr die Grippewelle im Ansteigen ist. Es ist möglich, dass es einen Zusammenhang mit dem Grippeimpfstoff gibt. Wahrscheinlich passt dieser nicht gut auf die zurzeit aufgetretenen Virustypen.

Der Norddeutsche Rundfunk berichtet, dass der Impfstoff gegen Influenza in seiner Zusammensetzung nur begrenzt für die aktuellen Virusstämme geeignet sei. Und zwar deshalb, weil das Serum jeweils unterschiedliche Antigene gegen ganz bestimmte Viren-Varianten bzw. deren Subtypen enthält. Die konkrete Zusammensetzung wird jedes Jahr neu festgelegt. So können mitunter die in der kommenden Saison auftretenden Viren weniger gut mit dem entwickelten Impfstoff und den darin enthaltenen Antigenen übereinstimmen. Der Impfstoff ist in seiner Schutzwirkung aber durchaus variabel. Das RKI rät dennoch zu einer Schutzimpfung, vor allem chronisch Kranke, medizinisches Personal und Ältere. Auch Menschen, die eine Schutzimpfung erhalten haben, können zwar auch erkranken, aber bei ihnen verlaufe die Erkrankung in der Regel leichter, so der „NDR“. Er beruft sich auf die RKI-Angaben.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gegenüber betonte Dagmar Ziehm als Sprecherin des Landesgesundheitsamtes in Niedersachsen, dass die Überwachung akuter Erkrankungen der Atemwege (respiratorische Erkrankungen) auf einen Grippewellen-Beginn hindeute. Das NLGA gab bekannt, dass die virologische Untersuchung der eingesendeten Rachenabstriche in der 5. Kalenderwoche zum ersten Mal in einer laufenden Saison eine positive Influenza-Rate von 20 % ergeben habe. Dies sei erfahrungsgemäß der Anfang einer epidemischen Influenza-Phase. 69 % der positiven Befunde zeigten die Influenza A(H3N2) an, auf Influenza A(H1N1)pdm09 deuteten 25 % hin und 6 % auf Influenza B. Das ergab die Mitteilung des NLGA.

Ein Beginn der Grippewelle ist, wie RKI meldet, auch in weiteren Ländern Europas festzustellen. Vorwiegend betroffen sind die Länder in West- und Mitteleuropa. Eine geringe Aktivität als niedrigster Wert der Einstufung, wurde 16 Ländern bescheinigt, aber 18 Länder wurden mit einer mittleren Influenza-Aktivität eingestuft. Eine hohe Influenza-Aktivität wurde in den Ländern Italien, Albanien, Portugal und Belgien festgestellt. Angesichts der Tatsachen ist anzunehmen, dass ein deutlicher Anstieg von Grippeerkrankungen in der kommenden Zeit in Europa zu erwarten ist. Auch wird voraussichtlich Deutschland nicht verschont.

Vermutlich wird hier die Grippewelle in diesem Jahr mehr Erkrankte bringen als während der Grippesaison 2013/14. Die typischen Hinweise auf eine Erkrankung an Grippe können Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, Beschwerden der Atemwege und Leistungsschwäche sein.

 


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 10.02.2015 - 19:25 Uhr
Kategorie: Medikamententester News