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In der Schweiz werden Medikamente preiswerter


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Die Pharmabranche in der Schweiz hat die Preise bei 836 Medikamenten gesenkt. Im Vergleich mit den übrigen Ländern Europas sind diese nun nicht mehr überteuert.

Kürzlich veröffentlichte das Bundesamt für Gesundheit eine aktuelle Preisliste der betroffenen 836 Medikamente auf seiner Website. Diese müssen von der verbindlichen Grundversicherung vergütet werden. Aus der „Schweiz am Sonntag“ ist zu erfahren, dass die genannten Medikamente ab 1.November 2014 im Preis bis zu 60% gesenkt worden sind. Dadurch sind die Medikamente beim Vergleich zu den Ländern in Europa, wie Österreich, Deutschland, Großbritannien, Holland, Dänemark und Frankreich nicht mehr teurer, so sagt ein Vergleich von Interpharma – Branchenverband aus.

Für die Prämienzahler in der Schweiz ist das eine gute Nachricht: sie werden durch die Preissenkungen jährlich um 161 Millionen Schweizer Franken entlastet. Die Vergünstigungen resultieren aus einer Initiative des Bundesrates. Obwohl die Pharmabranche am Anfang Widerstand gegen regelmäßige Preiskontrollen kassenpflichtiger Arzneien leistete, setzte sich der Bundesrat durch. Die Preise werden als Konsequenz nun aller drei Jahre überprüft und dann auf das Niveau vergleichbarer Nationen Europas gesenkt.

In einer Erklärung gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ sagte die Sprecherin vom Bundesamt für Gesundheit, Michaela Kozelka: „Das Bundesamt für Gesundheit gehe nach der alle drei Jahre fälligen Überprüfung davon aus, dass ab 1.11.2014 das Niveau der Preise patentgeschützter Medikamente dem der Vergleichsländer gerecht werden dürfte.“ Allerdings seien Generika von den Preissenkungen ausgeklammert. Durchschnittlich betrage bei diesem Medikament der Preisunterschied immer noch 46 %. Hier wäre noch ein Sparpotenzial von jährlich ca. 300 Millionen Franken vorhanden.

Die Pharmabranche ist wenig begeistert. Schon die bisherigen Preissenkungen seien schmerzhaft gewesen. Trotzdem setzt Bundesrat Alain Berset die Branche weiterhin unter Druck. Geht es nach ihm, dann würden ab 2015 die Krankenkassen nur die preisgünstigsten Generika erstatten. Patienten, die auf Originalpräparaten bestehen, sollen für den Preisunterschied selbst aufkommen. Berset strebt außerdem an, dass die derzeit geltende Toleranzmarge bei der Umrechnung von ausländischen Medikamentenpreisen von 5 auf 3 % abgesenkt wird.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 20.11.2014 - 21:46 Uhr
Kategorie: Medikamententester News