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Können wir mehr als zwei Dinge gleichzeitig tun?


Oft strömen viele Aufgaben gleichzeitig auf uns ein, alle sind wichtig und sollten baldmög-lichst gelöst werden. Manchmal möchte man sich „zerteilen", wer kennt dieses Gefühl wohl nicht. Ist wirklich etwas dran, dass Frauen die Kunst, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu kön-nen, besser beherrschen als Männer? Dieser Frage sind die Forscher vom Institut National de la Sante et de la Recherche Medicale/Paris Etienne Koechlin und Sylvain Charron in einer Studie nachgegangen. Die Forscher fanden heraus, dass auch Frauen nicht mehr als zwei Dinge gleichzeitig bewälti-gen können, genauso wie das männliche Geschlecht, wenn sie ihre Aufgaben gewissenhaft erledigen wollen.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass das Gehirn nicht anders funkti-onieren kann – weil das menschliche Gehirn eben nur aus zwei Hälften besteht. So sind dem Handeln Grenzen gesetzt: Kochen, gleichzeitig Kinder hüten und gar noch telefonieren – so geht es leider nicht. In dem Pariser Institut wurde von den Forschern bei Probanden per Hirnscans herausgefun-den, welche Hirnzellen bei bestimmten Aufgaben in Anspruch genommen werden. Die Pro-banden mussten in einem Test Buchstaben des Wortes „Telbat“ (das heißt Tablett auf Rück-wärts) das richtige Wort erkennen. Die Forscher erschwerten die Aufgabe in sofern, dass sie in verschieden großen Abständen die Buchstabenfolge des gleichen Wortes veränderten.

Die Probanden mussten das erkennen. Mit Hilfe des Magnetresonanztomografen wurde das Experiment an den Probanden angewendet. Um die Teilnehmer zu motivieren, lockte für jedes richtige Ergebnis, also auch einem richtig erkannten Buchstaben, eine Geldprämie. Es waren nur kleine Beträge, die sich pro Durchlauf zwischen einem Euro und vier Cent bewegten. Die Aufmerksamkeit der Versuchsteilnehmer war umso besser, je höher die gebotene Summe war. So wurde sichergestellt, dass die Probanden auch wirklich bei der Sache und motiviert waren. Im Fachblatt „Science“ wurde von den Forschern berichtet, wie sie anhand der Gehirnaktivie-rung das Ergebnis ausgewertet haben. Später gingen die Forscher mit ihren Untersuchungen anders vor: die Belohnungen wurden verändert, einmal war es die erste Aufgabe, die lohnender war, dann war es eine dazwischen-geschobene.

Es wurde beobachtet, welche Gehirnareale der Probanden arbeiteten. Dabei wurde entdeckt, dass sich die zwei Gehirnhälften die Arbeiten teilen, wenn es zwei Aufgaben gestellt bekommt. Die linke Gehirnhälfte ist für die Beibehaltung der unterbroche-nen Handlung zuständig und die rechte Gehirnhälfte kümmert sich um die zweite Aufgabe. Auch wurde von den Forschern Koechelin und Charron ein Hirnbereich entdeckt, der die Vorgänge im Einzelnen kontrolliert. Dieser Bereich sitzt direkt hinter der Stirn und heißt präfrontaler Cortex. Eine dritte Aufgabe mit Buchstaben konnten die Probanden nur noch mit Mühe lösen. Bei der nochmaligen Lösung der ersten Aufgabe wurde nur noch geraten. Die Forscher meinen, das hänge weder mit mangelnder Konzentration noch mit schwachem Gedächtnis zusammen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 22.04.2010 - 19:29 Uhr
Kategorie: Medikamententester News