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Künstliche Leber für Medikamententest


Die Leber ist ein Stoffwechselorgan ohne dieses kann kein Mensch leben. Jetzt haben Mitarbeiterinnen des Fraunhofer Institut ein Lebermodell entwickelt wozu keine Menschen mehr erforderlich sind. Medikamente lassen sich mit diesen Modell risikolos testen.

Ist man krank sei es eine Krippe, Kopfschmerzen oder man hat Allergene Beschwerden dann ist es meisten nicht weit bis zur nächsten Apotheke. Allerdings werden neue Medikamente entwickelt, kann das unter Umständen bis zu zehn Jahre lang dauern. Man versucht das bislang auch mit Tierversuchen, aber natürlich gibt es hier ethische Bedenken. Prof. Heike Mertsching Mitarbeiterin des Frauenhofer Instituts sagte: Der Vorteil wenn man künstliche Organe verwendet, kann man auf Tierversuche verzichten. Ein weiterer Nachteil ist auch dass bei Tierversuchen der Stoffwechsel unterschiedlich ist im Gegensatz zum Menschen.

Bei den Nebenwirkungen die dann auftreten können, kann man das nur durch klinische Studien feststellen. Meistens liegen die so bei 30%. Dr. Johanna Schanz entwickelte mit das Prof. Mertsching ein Testsystem das Pharmafirmen künftig helfen soll die Herstellung und die Sicherheit neuer Medikamente zu beschleunigen. Das außergewöhnliche ist bei der künstlichen Leber das dies im Prinzip ein richtiges System mit Blutgefäßen ist. Die Zellen befinden sich quasi in einer Umgebung eines normalen Lebewesens. Bei den bisherigen Modellen war das nicht so und die Zellen gaben schnell ihre Arbeit auf. Künstliche Adern brauchen aber nicht aufgebaut werden weil man die aus einem Teil von einem Schweinedarm nehmen kann. Dabei entfernt man die Zellen vom Schwein bis auf die Blutgefäße die dann erhalten bleiben.

Nun werden Hepatozyten – Zellen vom Menschen – angesiedelt genau die welche auch im menschlichen Körper zuständig sind das Medikamente abgebaut werden. Blut wird im Kreislauf simuliert, dazu wird das Modell in einen Bioreaktor der selbst entwickelt ist, mit Schlauchpumpen gesteckt. Auf dieser Weise wird wie beim Menschen die Nährlösung ab- und zugeleitet. Die Zellen sind bis zu 3Wochen aktiv. In dieser Zeit war es ausreichend um alle Funktionen entsprechend zu analysieren & auszuwerten. Denkbar ist aber auch dass die Aktivität der Zellen länger als 3Wochen. Das Forscherteam stellte zudem fest, dass die Zellen ähnlich wie im menschlichen Körper arbeiten.

Medikamente werden abgebaut, das Blut wird entgiftet, und Proteine werden aufgebaut. Dies alles sind also ganz wichtige Voraussetzungen um Medikamententests bzw. Transplantationen durchführen zu können.Da sich die Wirkung der Stoffe beim Ab- und Umbau verändern können, können so toxische Stoffen entstehen. Gewebemodelle wie Haut, Leber, Luftröhre oder Darm konnten die Möglichkeiten von den Mitarbeiterinnen nachgewiesen werden. Da dieses Testsystem zurzeit geprüft wird ist anzunehmen, dass es etwa in 2 Jahren weniger bis keine Tierversuche mehr geben wird.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 24.03.2010 - 12:08 Uhr
Kategorie: Medikamententester News