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Lebensmittel enthalten oft Glutamat (Geschmacksverstärker)


Glutamat wird als Geschmacksverstärker eigesetzt und kann bei empfindlichen Personen nennenswerte Beschwerden auslösen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Hautrötungen. Diese Menschen haben eine Glutamat-Intoleranz und sind daher dringend auf entsprechende Hinweise bei Lebensmittelprodukten angewiesen. Steht allerdings auf dem Lebensmittel „ohne Geschmacksverstärker“, sind die Kunden häufig nicht eindeutig vor möglichen gesundheitlichen Folgen gewarnt, so laut Aussage von Alexander Bonde (Bündnis 90/Die Grünen), Verbraucherschutzminister von Baden-Württemberg.

Das Baden-Württemberger Verbraucherschutzministerium hat 42 Lebensmittelprodukte untersucht, die mit dem Vermerk „ohne Geschmacksverstärker“ gekennzeichnet waren. Es wurde festgestellt, dass in einem Großteil der Lebensmittel dennoch Glutamat enthalten war. Dieses war zwar kein künstliches Produkt, bestand aber aus Hefe oder Hefeextrakt, der einen hohen Glutaminsäure-Anteil natürlicher Art enthielt, so von Alexander Bonde berichtet. Er empfiehlt den Verbrauchern mit bestehender Glutamat-Intoleranz, die Inhaltsangaben auf Lebensmitteln besonders genau zu studieren und eventuelle Angaben von Hefe oder Hefeextrakten zu beachten. Auch natürliches Glutamat kann zu den bekannten gesundheitlichen Konsequenzen führen.

Alle 42 untersuchten Lebensmittel waren eindeutig mit der Kennzeichnung „ohne Geschmacksverstärker“ versehen. Trotzdem fanden die Experten des Verbraucherschutzministeriums Baden-Württemberg in 31  Lebensmitteln Hefe oder Hefeextrakte mit natürlichem Glutaminsäure-Anteil. E 620, ein künstlicher Geschmacksverstärker, wurde zwar in keinem der getesteten Produkte nachgewiesen. Aber für die Verbraucher sei der Hinweis „ohne Geschmacksverstärker“ angesichts des hohen Anteils der Hefen eher irreführend, erklärt Alexander Bonde.

Im Zweifelsfall können durch die enthaltene Glutaminsäure die gleichen gesundheitlichen Beschwerden ausgelöst werden, wie bei einem synthetischen Glutamat. Bei den Untersuchungen des Ministeriums stellte sich heraus, dass sowohl herkömmliche als auch biologische Lebensmittel – trotz anders lautender Kenntlichmachung – Geschmacksverstärker enthielten. So wurden oft auch Tomatenprodukte als Geschmacksverstärker verwendet, so der Verbraucherschutzminister. Bei den untersuchten Fertiggerichten und Trockensuppen enthielt ein grosser Teil Glutamat. Hier sei die Bezeichnung „ohne künstliche Geschmacksverstärker“ eher gerechtfertigt, sagte Alexander Bonde am Montag in Stuttgart. Er empfiehlt allen Verbrauchern, gründlich die Inhaltsangaben auf Lebensmittelprodukten zu studieren.

Durch die Kontrolle der Inhaltsangaben lässt sich das Gesundheitsrisiko minimieren. Der lässige Umgang der Lebensmittelerzeuger ist für die Betroffenen natürlich ein Ärgernis, mit dem sie im Alltag fertig werden müssen. Die Unternehmen kümmern sich oftmals herzlich wenig um genaue Angaben über die enthaltenen Zusatzstoffe. Bei der Kennzeichnung „ohne Geschmacksverstärker“ wird dies bestätigt. Die zu Werbezwecken genutzten Angaben nehmen die möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Personen mit einer Glutamat-Intoleranz  in Kauf und spielen keine Rolle für die Produzenten.

Voraussichtlich werden auch die aktuellen Hinweise des Verbraucherschutzministeriums aus Baden-Württemberg keine Änderungen bei den Lebensmittelproduzenten  bewirken. Letztendlich bleibt den betroffenen Verbrauchern nur eine genaue Kontrolle  der Lebensmittel auf ihren Inhalt übrig. Nur so lassen sich versteckte Geschmacksverstärker finden und eine gesundheitliche Beeinträchtigung vermeiden. 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 03.07.2011 - 11:15 Uhr
Kategorie: Medikamententester News