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Manche Lebensmittel können in Kombination mit Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen auslösen


© Peter Maszlen - Fotolia.com

Der Apotheker Christoph Witzke aus Gladbeck gibt zu bedenken, dass die Kombination von Medikamenten mit bestimmten Lebensmitteln heftige, unerwünschte Nebenwirkungen auslösen könnte. Manche Patienten sehen im Beipackzettel von Medikamenten eine wahre „Horrorliste“, wenn sie die eventuellen Nebenwirkungen einer Arznei auf ihren Körper mitgeteilt bekommen.

Wer hätte aber gedacht, dass auch „gesunde“ Nahrungsmittel dazu beitragen können, Nebenwirkungen im Körper des Menschen hervorzurufen? In seiner jahrelangen Berufserfahrung hat der Apotheker erkannt, dass die Wirksamkeit der Medikamente sowohl von der Menge, von der Zeit der Einnahme als auch von der Nahrung abhängig ist. Daher sollten bestimmte Kombinationen vermieden werden.

Das betrifft Zitrusfrüchte und Milch:

Genau wie Käse, Quark und Joghurt enthält auch Milch Magnesium- sowie Kalziumsalze. Diese Mineralstoffe können in Verbindung mit Eisenpräparaten, bestimmten Antibiotika, Schilddrüsenhormonen und Mitteln gegen Osteoporose nicht oder mindestens sehr schwer vom Körper aufgenommen werden.

Unter Umständen bilden diese Medikamente mit den Mineralstoffen unlösliche Verbindungen, die die Wirkung der Arznei abschwächen können. Deshalb sollte zwischen Verzehr von Milch oder Kakao und der Medikamenteneinnahme ein Abstand von1 bis 2 Stunden eingehalten werden.

Pampelmuse, Grapefrui:

Bei Schlafmitteln, blutdrucksenkenden Mitteln und Mitteln gegen Allergien (Antihistaminika) hemmt besonders der Grapefruitsaft den Abbau von Wirkstoffen. Grapefruit hat die Eigenschaft, das für den Abbau der eingenommenen Medikamente verantwortliche Enzym irreversibel gleich für einige Tage zu hemmen. Die Auswirkung ist folgende: Im Blut bleibt zu viel vom Wirkstoff zurück, was wiederum während der Einnahmedauer die Wirkung verstärkt. So kann es besonders bei bestimmten Mitteln gegen Blutdruck durch die verstärkte Wirkung zu gefährlichen Blutdruckabfällen kommen. Grundsätzlich sollten die Patienten, die auf Dauer diese Medikamente einnehmen müssen, auf Pampelmusen verzichten. Hier reicht auch ein zeitlicher Abstand zur Medikamenteneinnahme nicht aus!

Bei Einnahme von Blutverdünner ist nicht jedes Gemüse zum Verzehr geeignet:

Das Vitamin K als Blutgerinnungsvitamin ist in mehreren Gemüsesorten reichlich enthalten, so z.B. in Kopf- und Feldsalat, Blumenkohl, Spinat, Rosenkohl, Grünkohl oder Brokkoli. Wird vermehrt Vitamin K dem Körper zugeführt, wird die Wirkung der Blutgerinnungsmittel, z. B. Marcumar, abgeschwächt. Komplett muss aber nicht darauf verzichtet werden, wenn auch anders behauptet. Man sollte vielmehr beachten, vom Vitamin K täglich die gleich große Menge zu sich zu nehmen, um größere Schwankungen der Blutgerinnung zu vermeiden.

Ballaststoffe und Schmerztabletten:

In der Regel ist eine ballaststoffreiche Ernährung zweifellos gesund. In Verbindung mit schmerzstillenden Medikamenten kann die Wirkung jedoch abgeschwächt werden. Denn ein Teil dieser Medikamente wird durch die Ballaststoffe gebunden mit dem Ergebnis, dass die Aufnahme durch den Dünndarm abgeschwächt wird.

Diuretika und Antidepressiva:

Bei Einnahme von Medikamenten zur Entwässerung muss unbedingt auf Lakritz verzichtet werden. In Lakritz ist die Substanz Glycyrrhizin enthalten, welche den gewünschten Effekt noch verstärkt. So kann ein regelmäßiger Verzehr von Lakritz, 50 g/pro Tag, durch den entwässernden Effekt sogar gefährlich werden, weil sehr viel Kalium ausgeschieden wird. Besonders ältere oder vorgeschädigte Personen sind gefährdet, weil bei ihnen Herzprobleme wie Vorhofflimmern oder Rhythmusstörungen und sogar Nierenversagen ausgelöst werden können.

Lebensmittel, die Tyramin enthalten wie Fischkonserven, Käse, Dauerwurst, Sauerkraut oder weiße Bohnen sind tabu beim Einnehmen von Antidepressiva. Der Körper ist bei dieser Kombination nicht in der Lage, das eiweißhaltige Tyramin abzubauen, weil durch das Antidepressivum ein körpereigenes Enzym blockiert wird. Die Folgen können sich in Bluthochdruck und Kopfschmerzen äußern.

Übrigens sollte man Medikamente möglichst immer zusammen mit einem Glas Wasser einnehmen.

Unsichere Patienten sollten sich nicht scheuen, den Rat eines Arztes oder Apothekers einzuholen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 18.01.2015 - 22:17 Uhr
Kategorie: Medikamententester News