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Medikamente sollten richtig eingenommen werden


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Beinahe jeder von uns, der einen Arzt konsultieren musste, erhält ein Rezept für Medikamente. Der Beipackzettel ist oft verwirrend und voll von schwer verständlichen Begriffen.

Probleme stellen sich bereits bei Formulierungen wie „Einnahme vor dem Essen“ oder „dreimal täglich“ ein. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (BDA) hat festgestellt, dass viele Patienten nicht über die richtige Einnahme der Medikamente Bescheid wissen. Daher hält es Mathias Arnold (BDA-Vizepräsident) für angebracht, aufzuklären.

Die Einnahme der Medikamente:

Heißt es „vor dem Essen“: Dann muss das Medikament 30 bis 60 Minuten vor dem nächsten Essen eingenommen werden, weil manche Präparate auf nüchternem Magen schneller wirken.

Wird geraten „nach dem Essen“:

Dann sollte der Abstand der letzten Nahrungsaufnahme bei mindestens 2Stunden liegen. Die Wirkstoffaufnahme könnte von bestimmten Lebensmitteln gestört werden.

Heißt es „während des Essens“:

Dann kann ohne Probleme das Medikament während der Nahrungsaufnahme geschluckt werden. Die Magenschleimhaut wird vom Speisebrei vor aggressiven Wirkstoffen geschützt.

Wird empfohlen, „nüchtern einnehmen“:

Dann sollte das Medikament entweder eine Stunde vor der Mahlzeit oder erst zwei Stunden danach eingenommen werden. Stets sollte das Medikament aufrecht sitzend und mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die Wirkstoffaufnahme wird bei Getränken wie Milch, Kaffee, Tee oder Grapefruitsaft gestört. Der Zeitpunkt bei einer regelmäßigen Einnahme sollte möglichst immer gleich sein. Wurde die Einnahme vergessen, niemals danach die doppelte Menge einnehmen.

Neben- und Wechselwirkungen des Medikaments:

Gesetzlich sind die Arzneimittelhersteller verpflichtet, alle bekannten Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel aufzuführen, auch wenn sie nur selten auftreten. Auch mögliche Wechselwirkungen sollten vom Patienten unbedingt beachtet werden. Denn mit anderen Arzneien oder Substanzen in Lebensmitteln kann beinahe jeder Wirkstoff in Medikamenten reagieren. In bestimmten Kombinationen können sich unerwünschte Wirkungen einstellen, manche Stoffe schwächen oder verstärken sich gegenseitig.

Aufbewahrung Gelagert werden sollten Medikamente in ihrer Originalverpackung. Ein kühler, trockener Raum mit einer Temperatur von 20 bis 25 Grad ist zweckmäßig. Das Badezimmer ist daher für die Hausapotheke ungeeignet. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verfallen Medikamente schneller. Kinder sollten auf keinen Fall Zugang haben.

Die Entsorgung:

Medikamente sollten keinesfalls nach dem Verfallsdatum eingenommen werden. Es ist nicht falsch, die abgelaufenen Medikamente in den Restmüll zu werfen. Baden-Württemberg verbrennt den Restmüll, die Wirkstoffe gelangen nicht mehr in die Umwelt. Für Unbefugte darf die Restmülltonne aus Sicherheitsgründen keinen Zugang haben. Das wurde vom Gesetzgeber festgelegt. Die Medikamente dürfen keinesfalls in der Toilette entsorgt werden, weil die Wirkstoffe das Grundwasser verunreinigen können.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 20.10.2014 - 19:49 Uhr
Kategorie: Medikamententester News