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Nationale Gesundheitsstudie in Deutschland


Ab 2014 soll die größte Gesundheitsstudie starten, an der sich 14 Bundesländer, der Bund sowie die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren beteiligen. Noch nie wurde in Deutschland solch eine große Studie vorgenommen: 20 Jahre lang sollen 200.000 Probanden ab 2014 laufend untersucht werden, kündigte Johanna Wanka (Bundesforschungsministerin) an.

Mediziner und Forschungseinrichtungen sollen als „Nationale Gesundheitsstudie“ 20 Jahre gemeinsam daran arbeiten, über deutsche Patienten umfassende Daten zu erfassen: Krankheitsverläufe, Umwelteinflüsse, Lebensstile, soziale Komponenten, genetische Risiken und Veranlagungen. Über die Volkskrankheiten will man auf diese Art mehr erfahren: beispielsweise über Krebs (1/4 aller Todesfälle; 2011 betraf es 221.600 Personen), sowie Erkrankungen von Herz-Kreislauf (342.000 Todesfälle). Besser verstehen will man die zunehmende Krankheit Diabetes (4,6 Millionen Erkrankte) und auch Demenzerscheinungen (1,4 Millionen Erkrankte).

Die “Nationale Gesundheitsstudie“ mit 200.000 Probanden folgt der Studie des Robert-Koch-Instituts „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS): Hierbei wurden 3 Jahre lang 8.152 Probanden beiderlei Geschlechts untersucht. Die neue große Studie wird während der 20-jährigen Laufzeit von einer der achtzehn zentralen Studieneinrichtungen unter Beobachtung stehen.

Die Kosten werden auf 210 Millionen Euro geschätzt. Sie sollen von den 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren getragen werden. Die medizinischen Untersuchungen betreffen das Monitoring der Herzfrequenz, den Blutzucker, den Blutdruck und die Lungenfunktion. Außerdem werden die Zähne und Riech- und Gehörorgan begutachtet, die Augen untersucht und geistige Fähigkeiten festgestellt.

Der körperliche Gesundheitszustand wird erfasst durch: Gewicht, Messung der Fitness, Gewebeproben, Urin- und DNA-Tests und Blutabnahmen. Damit möchte man Einflüsse von Nahrung und Umwelt feststellen. Außerdem stehen der Stoffwechsel, Gene und Hormone ebenfalls unter Beobachtung.

Das medizinische Großprojekt „Nationale Gesundheitsstudie“ wird von 2014 bis 2034 laufen und wurde von Johanna Wanka (CDU), Bundesforschungsministerin, in Berlin angekündigt. Zurzeit befinden sich ca. 100.000 Probanden in verschiedenen Untersuchungen. Aber diese existieren dezentralisiert und dienen eigenen Untersuchungszwecken und sind deshalb in ihren Ergebnissen oft nicht vergleichbar. Jetzt werden neue 200.000 Probanden benötigt. Sie sollten in einem Alter von 20 bis 69 Jahren sein.

Diese werden ab 2014 über einen Gesamt-Zeitraum von 20 Jahren alle 5 Jahre untersucht. Sie werden per Zufall ausgesucht und sollten sich freiwillig als Proband beteiligen. Man erhofft sich von der Studie, an der sich auch 13 Universitäten beteiligen, eine erhebliche Verbesserung der Prävention bei den Volkskrankheiten.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 15.07.2013 - 20:47 Uhr
Kategorie: Medikamententester News