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Niederländer haben neue Erkenntnisse über das Liebesspiel der Menschen gewonnen


Einer Studie zufolge kann sexuelle Erregung die Ekelschwelle senken, die von Schweiß, Sperma und Speichel ausgeht. Die Lösung hat offenbar einen biologischen Ursprung, wie die Studie aufzeigt. Wenn Frauen sexuell erregt sind, ist ihr Ekelgefühl schwächer als bei Frauen, die einen kühlen Kopf bewahren. Forscher in den Niederlanden fanden beim Test von 90 jungen Frauen heraus: Nachdem die Probandinnen einen „frauenfreundlichen Softporno“ angesehen hatten, fühlten sie sich weniger geekelt und Aufgaben, die abstoßend waren, konnten sie leichter erledigen als die anderen Probandinnen, die nur einen Film neutraler Art oder einen lustigen Sportfilm zu sehen bekamen.

Diese waren den Wissenschaftlern zufolge häufiger und schneller angeekelt. Diese Forschungsergebnisse wurden von dem Team um Charmaine Borg von der Universität Groningen im Fachblatt „Plos One“ veröffentlicht. Die Autoren stellen in ihrer Studie fest, dass sich die meisten Menschen auch nicht von schmutzigem Sex stören lassen. Liebesspiel und Ekel seien dabei beide evolutionär von großer Bedeutung und dennoch von völlig gegensätzlicher Assoziation. Und das, obwohl die stärksten Ekelauslöser die erotischen Mitbringsel wie Schweiß, Sperma, Speichel und Körpergeruch sind. Es ist für die Fortpflanzung wichtig, dass diese Ekelschwelle durch sexuelle Erregung schwindet. Die 90 Probandinnen waren durchschnittlich 23 Jahre alt.

Die Wissenschaftler bildeten mit ihnen drei Gruppen von gleicher Größe. Jede der drei Gruppen bekam einen anderen Film zu sehen: die erste Gruppe einen Sexfilm (besonders erregend), die zweite Gruppe konnte sich an Sportclips erfreuen und die nicht erotisch waren, und die dritte Gruppe schließlich sah neutrale Fotos von einer Zugfahrt. Anschließen sollten die Probandinnen auf einer Skala von eins bis zehn angeben, ob sie sich erregt fühlten und wie stark. Danach bekamen sie jeweils 16 Aufgaben, die abstoßend waren: zum Beispiel aus einer Tasse trinken, in der eine Fliege schwamm oder den Knochen eines toten Tieres anfassen oder benutzte Unterhosen in einen Wäschesack stecken.

Die Probandinnen aus der ersten Gruppe, die durch den Sexfilm erregt waren, bewerteten vor allem die ekligen Aufgaben und die auch etwas mit Sex zu tun hatten, als nicht so abstoßend wie die anderen Probandinnen. Sie bewerteten den Test auf der Skala mit einem Durchschnittswert von 5,4. Die Probandinnen der anderen beiden Gruppen bewerteten den Test ekliger mit 6,6 und 6,9 ein.

Mit 89,33 % wurden von der ersten Gruppe die meisten Aufgaben erledigt. Bei der Sportclips-Gruppe waren es 65,33 % und bei der letzten Gruppe 74,01 %. Die Aufgaben, die keinen sexuellen Hintergrund hatten wurden von der ersten Gruppe als weniger widerlich empfunden, aber der Unterschied zu den anderen Gruppen fiel hier nicht eindeutig aus. Die Studie zeigt auf, wie wichtig die Auswirkung der sexuellen Erregung auf Gefühle des Ekels ist, denn nur so sei unbeschwertes Liebesspiel möglich, so die Wissenschaftler. In vorangegangenen Untersuchungen sei schon belegt worden, dass sich auf Männer Erregung ähnlich auswirke.


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 23.09.2012 - 17:59 Uhr
Kategorie: Medikamententester News