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Novartis ist Gewinner bei neuen Medikamenten, Verlierer ist Roche


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Novartis hat mit neuen Medikamenten seinen Umsatz um 18 % steigern können. Roche hat ein neues Medikament gegen Krebs entwickelt, welches aber ohne Wirkung ist. Fieberhaft suchen die Pharmahersteller nach neuen, wirkungsvollen Stoffen gegen die Alzheimer-Krankheit. Es wird prognostiziert, dass sich die Zahl der an Demenz erkrankten Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird.

Mit seinen neuen Medikamenten hat Novartis, ein Schweizer Pharmakonzern, im 2. Quartal seinen Verdienst steigern können. Zum Vorjahresvergleich stieg der Reingewinn um 3 %, das bedeuten 2,59 Milliarden Dollar, so gab der Arzneimittelhersteller bekannt. Analystenprognosen lagen durchschnittlich bei 2,65 Milliarden Dollar, somit lag das Unternehmen im Rahmen.

Der Pharmakonzern konnte seinen Umsatz um 2 % steigern, das entspricht 14,63 Milliarden Dollar. Die Verkaufserlöse bei verschreibungspflichtigen Arzneien, die wichtigste Sparte, zogen nur leicht an. Die neueren Medikamente, die seit 2009 von Novartis auf den Markt gebracht wurden, verzeichneten einen erhöhten Umsatz von 18 %, was ca. einem Drittel des Konzernumsatzes entsprach.

Der Pharmakonzern untermauert seine Jahresprognose. Zurzeit wird radikal umgebaut. Wenn Wechselkurseffekte ausgeschlossen werden, will man den Umsatz um einen geringen bis mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Der Gewinn, operativ bereinigt, soll sich auf einen mittleren bis hohen Betrag in einstelliger Größe erhöhen. In der Zeit von April bis Juni waren es 3,8 Milliarden Dollar, das wäre ein Plus, währungsbereinigt, von 6 %.

Zusätzliches Geld erhält Novartis bei einem Beteiligungsverkauf. So trennt sich der Konzern vom Medizinpflaster-Hersteller LTS Lohmann, an dem er zu 43% beteiligt war. Zum Jahresende soll der Verkauf abgeschlossen sein. Der Gewinn für Novartis wird voraussichtlich bei ca. 400 Millionen Dollar liegen. Ebenso steigt der 2. Großaktionär BWK, die Stuttgarter Beteiligungsfirma, aus. Lohmann gehört zukünftig zum größten Teil der Gesellschaft Dievini von Dietmar Hopp (SAP-Großaktionär) an.

Mit seinen neuen Arzneien hat der Pharmariese Roche aus der Schweiz weniger Glück. Das neue Mittel gegen Alzheimer „Crenezumab“ habe das angepeilte Ziel in einer klinischen Studie verfehlt, wurde von Roche mitgeteilt. So konnte der Krankheitsverlauf der Patienten, die unter einer milden bis mittelstarken Ausprägung der Krankheit litten, statistisch signifikant nicht verlangsamt werden. Allerdings war bei den Patienten, die an einer milden Form von Alzheimer litten, ein Trend zur Besserung bei hohen Dosen-Gaben erkennbar.

Die Studiendaten will Roche analysieren, um dann zu entscheiden, wie mit Crenezumab umzugehen sei. Der Kongress der Kopenhagener Alzheimer Mediziner veröffentlichte die Ergebnisse der Studie Phase II. Das Mittel Crenezumab wurde von Roche zusammen mit der schweizerischen Biotechfirma AC Immune entwickelt, letztere hat den Wirkstoff entdeckt. Ehe ein neues Medikament zugelassen wird, muss eine dreiphasige Erprobung am Menschen erfolgen.

Alzheimer ist eine der häufigsten Demenzerkrankungen und bis heute unheilbar. Weltweit sind 44 Millionen Menschen betroffen. Eine Verdoppelung der Patientenanzahl wird bis 2050 vorausgesagt. Intensiv wird bei Konzernen wie Roche, Eli Lilly und Merck sowie Johnson & Johnson an neuen Therapien gearbeitet. Leider bisher mit wenig Erfolg.

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 21.07.2014 - 23:49 Uhr
Kategorie: Medikamententester News