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Prostatakrebs – seine Entstehung wird mittels MRT neu erforscht


Zwei Professoren forschen an der Universitätsklinik in Düsseldorf, den Krebs an der Prostata mittels eines neuen Verfahrens schneller und besser erkennen zu können. Für die Studie, die im Januar beginnt, werden noch Probanden gesucht, auch aus Leverkusen.

Der Prostatakrebs ist nach Aussage des Robert-Koch-Instituts die häufigste Erkrankung der Männer. In seiner Aggressivität ist kein Tumor unbeständiger als das Prostatakarzinom. Bei ca. 50 000 Männern wird pro Jahr dieses Karzinom diagnostiziert und für über 10 000 Männer bedeutet das den Tod. Um die Krankheit besser bekämpfen zu können, haben sich an der Düsseldorfer Universitätsklinik die Professoren Peter Albers (Direktor der Urologie) und Gerald Antoch (Direktor der Radiologie) für zwei Studien zusammengeschlossen.

Die Professoren haben sich zum Ziel gesetzt – um betroffenen Patienten unliebsame Folgebehandlungen zu ersparen – mit Hilfe der MRT (Magnetresonanztomographie) eine wesentlich höhere Genauigkeit bei der Biopsie (Gewebeentnahme) zu bekommen. Die Studien sollen den Beweis erbringen, dass mit Hilfe des MRT eine Diagnosesicherheit von bisher 25 % auf 60% gesteigert werden könnte. Prof. Antoch erläutert, dass MRT-Bilder Informationen über Durchblutung, Struktur und die bösartige Entwicklung des Tumors bringen können.

Neu sei auch, dass in der MRT-Röhre dem Patienten Gewebe entnommen werden kann, wenn es verdächtig aussehe. Diese Methode ist nach Aussagen der Mediziner bisher in Deutschland einmalig.
Jedoch von Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer kommt Widerspruch. Er ist Leiter am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Radiologie und sagt, dass die bildgebende MRT-Diagnostik zur Erkennung von Prostatakrebs in seiner Klinik seit zehn Jahren angewandt werde. Nach dieser Methode werden jährlich ca. 450 Patienten untersucht, auch habe er in der Röhre bereits Gewebe entnommen.

Er hält aber diese Art der Untersuchung nicht für ratsam. Es sollte nach der MRT-Untersuchung und der darauffolgenden Biopsie ein Zwischenschritt eingeschaltet werden. Man könne so genauer überdenken, wie die Weiterbehandlung aussehen soll. Für die Kliniken sehe er wirtschaftliche Nachteile, da diese Behandlungsart sehr zeitintensiv ist. Zu lange würden die sehr teuren Geräte von nur einem Patienten blockiert.

Bei der Tatsache, dass mit Hilfe der MRT klinisch relevante Tumore leichter aufzuspüren sind, sind sich die Mediziner einig. Schlemmer versichert, dass bei einer Untersuchung mittels MRT die Trefferquote einer Biopsie drei Mal höher sei als ohne MRT. Die Aussage, dass der Patient keinen Tumor habe, kann jedoch nicht gestellt werden.

Interessierte Probanden können sich melden bei:

Prof. Gerald Antoch: Tel. 0211 811 7752, gabriele.bester@med.uni-duesseldorf.de/radiologie.

Prof.  Peter Albers: Tel. 0211 811 8110, urologie@uni-duesseldorf.de.



Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 16.01.2012 - 23:15 Uhr
Kategorie: Medikamententester News