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Psychiatriepatienten profitieren von Raucherentwöhnung


Anhand einer Studie, die an der Stanford School of Medicine gelaufen ist, könnten Raucherentwöhnungsprogramme bei Psychiatriepatienten die Rehospitalisierungsrate senken.

Die Forscher stellten fest, dass Menschen mit psychischer Erkrankung häufiger auch Raucher seien. Dieser Zusammenhang sei besonders ausgeprägt bei solchen Patienten, die ein Alkohol- oder Drogenproblem haben oder an Schizophrenie leiden. Daher seien diese Patienten besonders oft von nikotinassoziierten Komorbiditäten betroffen. Laut der Studie ist auch deren Lebenserwartung deutlich verkürzt.

Das Rauchen könne außerdem die Wirkung von Neuroleptika beeinträchtigen. Laut Arbeitsgruppe förderten dennoch die behandelnden Mediziner die Entwöhnung der Raucher eher selten.

Um Teilnehmer für die Studie zu gewinnen, wurden in die Akutpsychiatrie Langley Porter Psychiatric eingewiesene, rauchende Patienten von den Ärzten angesprochen. So wurden 224 Patienten als Studienteilnehmer gewonnen. Sie litten an den unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen und konnten von den Wissenschaftlern in die Studie einbezogen und einer Vergleichs- bzw. Experimentalgruppe zugewiesen werden. Innerhalb von 30 Tagen hatten 16 % der Studienteilnehmer vor, das Rauchen zu beenden.

Um den Teilnehmern ihren Entschluss, mit Rauchen aufzuhören, zu erleichtern, bekamen sie Informationsbroschüren, Nikotinkaugummis und -pflaster. Außerdem wurde an die Probanden der Studiengruppe zusätzlich eine computerassistierte Intervention ausgegeben. Durch sie erhielten die Teilnehmer Feedback auf ihre Antworten, ein persönliches Gespräch mit einem Kliniker wurde vereinbart, um mit ihm über das Rauchverhalten zu sprechen. Bereitwillige Patienten bekamen zusätzlich Nikotinpflaster als Vorrat.

13,9 % der Patienten der Experimentalgruppe hatten nach ¼ Jahr mit Rauchen aufgehört, dagegen waren es in der Vergleichsgruppe nur 3,2%. In der Experimentalgruppe hatten es nach 18 Monaten 20% als Nichtraucher geschafft, in der Vergleichsgruppe waren es nur 7,7 %. Die niedrigere Rehospitalisierungsrate war ein zusätzliches Ergebnis in der Experimentalgruppe (44 % versus 56 %).

Nachteilige Effekte durch das veränderte Rauchverhalten auf die Erkrankungen der Patienten wurden nicht festgestellt. Somit seien schwere psychische Erkrankungen keine Kontraindikation für das Programm der Raucher-Entwöhnung gewesen. In einer nächsten Studie möchte die Arbeitsgruppe Effekte einer gezielten Raucher-Entwöhnung untersuchen. Dafür werden 900 Teilnehmer benötigt.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 01.09.2013 - 13:24 Uhr
Kategorie: Medikamententester News

 

Kommentare

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Samstag, 21.09.13 - 09:24 - Von: Stella

Ließt sich gut und ich würde mich gerne anmelden für die Studie zum Thema Nichtraucher. Bitte um Rückantwort von Ihnen. Lieben Dank,
Frau Harder

 
 

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