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Radioaktive Strahlung und ihre Folgen / aktuell in Reaktor Fukushima


Das Tückische an radioaktiver Strahlung ist das Unsichtbare. Sie kann viele Auswirkungen haben, von der akuten Strahlenkrankheit bis hin zu Hirnschäden bei den Nachkommen, Missbildungen und auch Krebs. Die gemessene radioaktive Strahlung beim Reaktor Fukushima lässt das Schlimmste befürchten.

Die Anzeichen beginnen mit leichter bis mittlerer Übelkeit. Bereits nach wenigen Stunden oder Tagen nach dem Kontakt mit radioaktiver Strahlung zeigen sich die Symptome: Erbrechen, danach etwas Besserung, nach zehn bis 14 Tagen kehren die Symptome zurück im Zusammenhang mit Appetitlosigkeit, Haarausfall und Durchfall. Blutungen unter der Haut oder im Mund können ab einer Strahlendosis von mehr als drei Sievert auftreten. Bei einer Strahlendosis ab vier Sievert bedeutet das den sicheren Tod nach 30 Tagen für jeden zweiten Patienten. Jeder, der aus der kritischen Zone um den Reaktor Fukushima kommt, wird auf radioaktive Strahlung hin untersucht.

Sievert, beziehungsweise Gray sind Einheiten, die die Energiedosis angeben, welche ein Körper pro Kilogramm Gewicht abbekommen hat. Der Körper kann ein geringes Quantum radioaktiver Strahlung ganz gut verkraften. Die normale Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei ca. zwei bis vier Millisievert (mSv) pro Jahr. Davon gehen ca. 1,5 mSv auf Röntgenuntersuchungen zurück, der restliche Teil ist natürliche Strahlung, die aus dem All oder aus dem Erdboden kommt. In Gegenden, wo radioaktive Erze die Strahlungsmenge erhöhen, wie zum Beispiel im Schwarzwald, ist die Strahlung um einige Millisievert höher, ist aber gefahrlos.

Kritisch wird es, wenn die radioaktive Strahlung weit darüber hinausgeht. So lässt sich bei einer mittleren Strahlenbelastung die Gefahr nur statistisch nachweisen. Hierbei nimmt die Häufigkeit von Krebserkrankungen und Leukämie unter der Bevölkerung zu. Besonders sind Kinder davon betroffen, ihre Zellen teilen sich häufiger. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Strahlung das Erbgut Schaden nimmt oder Krebs entsteht, liegt bei ca. 250 Millisievert. Die Spätfolgen der radioaktiven Strahlung können Missbildungen bei Neugeborenen, Sterilität oder Gehirnschäden sein.

Beträgt die Dosis ca. einen Sievert, kann eine akute Strahlenkrankheit ausbrechen. So betrug die Strahlung im Kontrollraum des Fukushima-Werkes nach Angabe der Behörden in Japan am Samstag das 1000-Fache des normalen Wertes. Es seien pro Stunde zeitweise 1.024 Millisievert gemessen worden. Das sagte der Regierungssprecher Yukio Edano. Jeder, der sich dort aufhielt, nahm demnach stündlich die Dosis auf, für die sechs Monate normal gewesen wären. Nach einer Dauerbelastung mit dieser Strahlung würde es nach spätestens zehn Tagen akut gefährlich.

Gelangt radioaktives Material über Atem, Trinkwasser oder Nahrung in den Körper, ist es besonders schädlich. Auch radioaktives Jod, welches aus einem beschädigten Reaktor entweichen kann, ist ein großes Problem. Es lagert sich beim Menschen in der Schilddrüse an und kann nur langsam wieder abgebaut werden. Deshalb werden zurzeit in Japan Jodtabletten ausgeteilt, denn wenn die Schilddrüse mit Jod gesättigt ist, kann sie kein weiteres, radioaktives Jod aufnehmen.

Die evakuierten Menschen aus Fukushima untersucht man jetzt mit Geigerzählern, um die vorhandene Radioaktivität zu messen. Ist sie zu hoch, müssen sie behandelt werden. Da die Kleidung mit radioaktivem Staub Kontakt gehabt haben könnte, muss sie vernichtet werden. Die Menschen müssen sich gründlich waschen.

Um das Knochenmark vor Schaden zu bewahren, werden Medikamente ausgegeben, die die Produktion weißer Blutkörperchen anregt. Es können auch Bluttransfusionen nötig sein, im Extremfall sogar Stammzelltransplantationen. Doch radioaktive Strahlung ist tückisch, selbst Jahrzehnte später können sich noch Symptome zeigen: so haben noch heute Überlebende der Atombombenabwürfe in Nagasaki und Hiroshima an den Spätfolgen zu leiden. Es handelt sich um 340.000 sogenannte Hibakusha. 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 15.03.2011 - 21:06 Uhr
Kategorie: Medikamententester News