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Schützt Olivenöl vor einem Schlaganfall?


Heilende Kräfte wurden Olivenöl schon immer zugesprochen. So hat er günstige Auswirkungen auf  unsere Verdauung, auch soll er das Herz schützen können. In einer Studie in Frankreich wurde nun festgestellt, dass Olivenöl bei regelmäßigem Konsum sogar einen Schlaganfall verhüten kann.

Die Ergebnisse dieser Studie sind von der Leiterin Cecilia Samieri (Universität Bordeaux) gemeinsam mit ihrem Team in dem Fachmagazin „Neurology“ dokumentiert worden. An der Studie nahmen über 7.500 Probanden  teil, alle im Alter von mehr als 65 Jahren. Sie wurden in den französischen Städten Dijon, Montpellier und Bordeaux interviewt, wie oft sie Olivenöl verbrauchen. Zunächst mussten sich die teilnehmenden Probanden selbst beurteilen und ihren Verbrauch an Olivenöl taxieren. 37% der Probanden schätzten ihren Verbrauch als stark und 40% für nur mittelmäßig ein. Gar kein Olivenöl verwendeten 23% der befragten Probanden. Zur Absicherung der persönlichen Beurteilungen wurden  bei einem Teil der Probanden Blutuntersuchungen angeordnet. So war es durch die Blutanalyse möglich, die subjektiven Angaben der Probanden genau zu überprüfen, indem die Ölsäurekonzentration im Blut bestimmt wurde. Bei den befragten Probanden wurde nach dieser Bestandsaufnahme das Risiko eines Schlaganfalls über mehrere Jahre kontrolliert.

Von den Probanden hatte am Anfang der Studie niemand gesundheitliche Probleme, die auf einen Schlaganfall hätten hindeuten können. Die Zeit der Beobachtungen erstreckte sich über fünf Jahre. In dieser Zeit erlitten 148 teilnehmende Probanden einen Schlaganfall. Darunter waren 115 ischämische Schlaganfälle, die durch einen Gefäßverschluss oder mangelnde Durchblutung ausgelöst werden. Als Folge einer Hirnblutung erlitten 28 Probanden einen hämorrhagischen Schlaganfall. Unklar war die Ursache bei fünf betroffenen Personen.

Für die Forscher waren die Auswertungen eindeutig. So wiesen die Probanden, die viel Olivenöl zu sich nahmen, ein um 41% gemindertes Risiko für die Erleidung eines Schlaganfalles auf gegenüber denjenigen Probanden, die nie dieses Öl benutzten. Die Studienteilnehmer, die einen hohen Olivenöl-Verbrauch aufwiesen, benutzten es nicht nur als Salatbeigabe, sondern auch zum Braten und Kochen und als Brotaufstrich. In die Auswertungen wurden auch die anderen Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht, Ernährung und Bewegungsmangel einbezogen. Trotzdem, sagen die französischen Forscher, habe sich das Ergebnis bestätigt: Durch Olivenöl wird das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, gemindert.

Noch eindeutigere Ergebnisse liefert die Analyse der Blutwerte. Bei denjenigen Probanden, die die höchste Konzentration der Ölsäure im Blut aufwies, reduzierte sich das Risiko für einen Schlaganfall um 73 %   gegenüber denjenigen Probanden mit den niedrigsten Werten. Studienleiterin Cecilia Samieri zweifelt nicht daran, dass mit der Studie „ein enger Zusammenhang zwischen hohem Olivenölkonsum und niedrigem Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden“ belegt wird. Zu anderen Lebensmitteln ist Olivenöl eine nützliche Ergänzung, es kann die Effektivität einer gesunden Mahlzeit stärken. Bei den Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung, die zur Verhütung von Schlaganfällen beitragen könnte, sollte Olivenöl unbedingt erwähnt werden.

Allerdings fehlen noch eindeutige Ergebnisse. So schränkt der amerikanische Mediziner Nikolaos Scarmeas (Columbia Universität New York) zu der Studie in einem Kommentar folgendes ein: Die Studie könnte noch von anderen Faktoren beeinflusst worden sein. Es sei auch möglich, dass das geringere Risiko für einen Schlaganfall von anderen Speisen ausgelöst worden ist, die durch das Olivenöl nur geschmacklich verbessert worden sind. Der höhere Ölkonsum könnte auch deshalb ansteigen. Aus diesem Grunde sind unbedingt weitere Untersuchungen nötig. Eine eindeutige, gezielte Ernährungsempfehlung könnte erst dann ausgesprochen werden.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 22.06.2011 - 20:35 Uhr
Kategorie: Medikamententester News