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Sex ohne Liebe?


Kann man Sex und Liebe trennen und wer ist dazu eher in der Lage dazu, eine Beurteilung abzugeben, Männer oder Frauen? Arne Hoffmann als Männer-Experte kann Antworten auf die wichtigsten Fragen über Beziehungen, Sex und das starke Geschlecht geben. Arne Hoffmann, Jahrgang 1969 ist Buchautor, Journalist und Medienwissenschaftler. Er hat zum Thema Sex bisher zahlreiche Bücher herausgegeben.

In „zwei getrennten Schubladen“ bewahren Männer „Sex“ und „Liebe“ auf. Frauen dagegen würden beides grundsätzlich vermischen. Das Klischee wirkt eventuell etwas übertrieben, aber Fakt ist, dass beide Geschlechter davon ausgehen, Frauen verbinden Sex öfter mit Liebe als das männliche Geschlecht. Testpersonen beiderlei Geschlechts wurden in einer Studie befragt, welche Gründe wohl für das sexuelle Begehren bei Frauen und Männern vorliegen könnten. Von den Befragten gaben über 40% an, Liebe würde bei Frauen sexuelles Verlangen auslösen. Von den Männern nahmen das nur 10% an. Ein Mann gab offenherzig zu, dass er den Eindruck habe, die Worte „Ich liebe dich“ würden das sexuelle Verlangen bei Frauen anheizen. In verschiedenen Umfragen stellte sich heraus, dass bei Männern eine sexuelle Beziehung nicht unbedingt mit Liebe einhergehen muss.

Bei Frauen sieht das anders aus. Die amerikanischen Sexualforscher Karla Baur und Robert Crooks führten eine eigene Umfrage durch. Das Resultat zeigte, dass 36% der Frauen nur aus Liebe mit jemanden ins Bett gehen. Dem gegenüber stehen nur 12% der Männer, die ähnlich empfinden. Vergleichbare Ergebnisse zeigen auch andere Untersuchungen. In der zitierten Fragestellung lautet allerdings das entscheidende Wort „notwendig“, aber nicht „gewünscht“. Die Mehrheit der Männer legt bei ihren sexuellen Erfahrungen auf eine liebevolle Beziehung wert, was auch meist gelingt. Eine weitere Studie zeigte, dass bei 81% der Männer und 91% der Frauen der erste sexuelle Kontakt gefühlsbetont war. Diese Ergebnisse wurden von anderen Erhebungen bestätigt.

Eine Umfrage aus dem Jahre 1984 des US-Magazins Parade ergab, dass von 1.100 befragten, nach Zufall ausgewählten Frauen und Männern 86% der Frauen und 59% der Männer Sex ohne Liebe als schwierig einschätzte. Dasselbe Magazin startete zehn Jahre später eine weitere Umfrage unter 1040 männlichen und weiblichen Personen. Hier kam heraus, dass kein großer Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern zu erkennen war. Mit 86% war die Zahl der Frauen gleich geblieben, aber 71% der Männer gaben zu, Sex ohne Liebe sei schwierig. Sex wird von Männern trotz dieser Zahlen seltener mit Liebe, Intimität und Verpflichtung in Verbindung gebracht als bei den Frauen. Das zeigte sich deutlich bei der Frage der Sozialpsychologen James Balkwell, Ira Robinson und Dawn Ward an Studenten, doch die ersten fünf Worte in Zusammenhang mit Sex zu benennen.

Das Themenfeld „Liebe“ benannten 42% der Männer, aber 71% der Frauen. Begriffe aus dem Themenfeld „Ehe“ bzw. „feste Partnerschaft“ wurden von 16% der Männer und 43% der Frauen benannt. In einer späteren Studie, die die amerikanische Psychologin Susan Hendrick und ihr Forscherteam unternahm, wurden die Ergebnisse bestätigt. Auch hier gaben öfter als die Frauen Männer zu, eine sexuelle Beziehung bedeute keine Verpflichtung gegenüber dem Partner. Die Aussagen lassen sich noch genauer ergründen. So befragten 1993 John Roche sowie Thomas Ramsbey, beides Soziologen, mehrere Studenten über das Thema Sex in fünf verschiedenen Phasen des Kennenlernens, ob sie es angemessen fänden, Sex zu haben bei

1. Dating (keine besondere Zuneigung zueinander)

2. Dating (keine Liebe, aber mit Zuneigung)

3. Dating (verliebt)

4. In eine einzige Person verliebt, regelmäßiges Treffen

5. Feste Partnerschaft,

verlobt In Phase 5 fanden annähernd viele Männer (76%) und Frauen (67%) Sex angebracht. Fast einer Meinung waren die Männer (3%) und Frauen (0%) in Bezug auf Phase 1. Große Unterschiede zeigten sich bei den anderen Phasen einer Beziehung zwischen den Geschlechtern. So wurden von 17% der Männer im Gegensatz von nur 1% der Frauen in Phase 2 Sex in Ordnung befunden. 44% der Männer und nur 15% der Frauen waren bei Phase 3 gleicher Ansicht. Den Trugschluss, sexuelles Verlangen der Frauen sei schwächer ausgeprägt als bei den Herren, sollte man ausschließen.

Von den Sexualforschern John Collins und Marita McCabe wurden Frauen und Männer befragt, wie oft sie Sex in einer von den drei Phasen denn gern hätten: in einer festen Beziehung; nach dem ersten Mal oder nach mehrmaligen Dates. Erwartungsgemäß kam bei den Männern schon in der Anfangsphase der Beziehung ein stärkeres Begehren auf. Was die gewünschte Häufigkeit der Sexhandlungen in einer festen Beziehung betraf, gab es zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied. Die Frauen hatten das gleiche Verlangen wie die Männer. Studien an Heranwachsenden und jungen Menschen haben generell gezeigt, dass häufig an Sex gedacht und Begehren gespürt wird. Von ihren Freunden fühlen sich über 80% der Oberschülerinnen auch sexuell angeregt – egal ob es auch in entsprechende Aktivität umgesetzt wird oder auch nicht.

Vor solchen Aktivitäten hätten Frauen allerdings gern eine Verpflichtung, getragen von stärkeren Emotionen. Dieser Aspekt ist den Männern nicht so wichtig. Zum Abschluss sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung interessant. Sie wurde von der Universität Landau /Forschungsstelle für Sexualpädagogik und Sexualwissenschaft an mehr als 2.400 Frauen und Männern im Alter von 14 bis 92 Jahren durchgeführt. Von den Männern gaben etwa 48% zu, dass bei ihnen der Geschlechtsverkehr beim Sex an der ersten Stelle stehe. Nur 26% der Frauen waren der gleichen Meinung. Aber 49% der Männer sahen intime Zärtlichkeiten als wichtiger an. Das Resultat: die Männerwelt ist ziemlich gespalten. Eine Hälfte von ihnen möchte gern sexuellen Verkehr, die andere Hälfte gibt sich mit Schmusen und Küssen zufrieden.


Von: stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 01.08.2010 - 12:11 Uhr
Kategorie: Medikamententester News