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Sinn und Zweck der Zahnspangen für Erwachsene


Zahnpflege ist wichtig! © bARTiko / fotolia.com

Sind Zahnspangen für Erwachsene eigentlich sinnvoll? Die meisten Menschen möchten mit einem makellosen Lächeln aufwarten. Doch haben viele krumme und schiefe Zähne. Aber Gebisskorrekturen werden zumeist bereits im Kindesalter vorgenommen. Fehlstellungen der Zähne bei Erwachsenen lassen sich jedoch mit Hilfe einer Zahnspange korrigieren.

Eine Ausnahme bildet der deutsche Schauspieler Jürgen Vogel. Bekanntlich hat er ein nicht perfektes Gebiss. Der „Stuttgarter Zeitung“ gegenüber äußerte er sich vor einigen Jahren, „es fehlen ihm halt ein paar Zähne“. Überall sieht man in der Werbung Menschen mit gesunden, geraden, strahlend weißen und lückenlos nebeneinander stehenden Zähnen. Danach sehnen sich auch die allermeisten Menschen.

Ein solches Gebiss ist längst nicht immer naturgegeben. Bereits bei Kindern und Jugendlichen werden dann Korrekturen vorgenommen. Aber auch für Erwachsene gibt es Zahnspangen, denn eine Fehlstellung der Zähne muss man nicht einfach hinnehmen. Laut Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa meint der Kieferorthopäde Wolfgang Schmiedel, dass für eine solche Behandlung das Alter keine Rolle spiele. Der Mediziner ist Präsident der Zahnärztekammer Berlin und Mitglied im Vorstand der Bundeszahnärztekammer. Das Tragen einer Zahnspange muss beim Lachen und Sprechen nicht unbedingt hinderlich sein. Auch muss es nicht optisch auffallen.

Bei etwa jedem zweiten Erwachsenen, der sich kieferorthopädisch behandeln lässt, steht der optische Eindruck im Vordergrund, so Schmiedel. Beispielsweise sollen Lücken im Bereich der Frontzähne geschlossen werden. Manchmal ist dies jedoch medizinisch notwendig. Das könnte sein bei falscher Bisslage, wenn ein sogenannter Kreuzbiss oder auch Zahnfehlstellungen vorliegen, bei denen ungünstiger Zungenkontakt entstehen kann. Dieser wieder kann durch ständige Reizung beim Essen schmerzhaft sein, so die Meinung des Kieferorthopäden Yong-min Jo. Wenn Fehlstellungen unbehandelt bleiben, kann es zu Kiefergelenksproblemen, Kieferschmerzen, Migräne, Kopf- und Nackenschmerzen oder auch Mundöffnungsstörungen kommen. Erwachsene leiden oft auch psychisch unter ihren Kiefer- oder Zahnfehlstellungen, was das Ganze noch erschwert, denn sie trauen sich oftmals nicht zu lachen, um nicht ihre Zähne zeigen zu müssen, so Schmiedel.

Besonders verbreitet sind festsitzende Zahnspangen, sogenannte Brackets. „Diese Plättchen werden von außen oder innen auf den Zahnschmelz geklebt“, erklärte Jo. Damit erhalten die Zähne ihre gewünschte Stellung. „Da es diese Brackets in zahnfarbenen Varianten gibt, fallen sie beim Lachen oder Sprechen nicht unmittelbar auf“, erklärte Barbara Bückmann. Sie hat für die Stiftung Warentest einen Ratgeber verfasst mit dem Titel „Kieferorthopädie; Zahnspange – ja oder nein“. Eine weitere Variante sind die sogenannten Clear Aligner. Das sind dünne und transparente Schienen. Beide Varianten sind nicht billig. Die Clear Aligner kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro, bei den Brackets muss man Beträge zwischen 3.000 und 10.000 Euro veranschlagen.

Nur bei schwersten Kieferfehlstellungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Eine Korrektur von Zahnfehlstellungen ist ein in hohem Maße lukratives Geschäft für viele Kieferorthopäden. Leider werden dabei auch umstrittene Methoden angewandt. Anfang des Jahres wurde von Ärzten berichtet, die Eltern zu hohen privaten Zuzahlungen bei Zahnspangen drängten. Es ist ihnen eigentlich verboten, eine zuzahlungsfreie Behandlung zu verweigern.

Brackets sitzen 24 Stunden fest auf den Zähnen. Das wird in einer Meldung erklärt. „Hin und wieder kann es zu Irritationen der Zunge oder des Zahnfleischs oder zu leichten Druckschmerzen kommen“, so Schmiedel. Diese Beschwerden sind jedoch nach wenigen Tagen verschwunden. Schmiedel betont den Vorteil der Brackets: „Durch das ständige Tragen der Brackets ist der Behandlungserfolg quasi vorprogrammiert“. Seine Meinung zu den Clear Alignern: „Der Behandlungserfolg ist maßgeblich davon abhängig, wie gewissenhaft der Patient sie trägt“. „Erwachsene mit abgeschlossener Wachstumsphase haben in der Regel eine Spange länger zu tragen als Heranwachsende“, so Frau Bückmann.

Die Therapiedauer kann sich bis auf vier Jahre erstrecken, häufig liegt sie aber auch zwischen 12 Monaten und 2 Jahren. „Die Tragezeit einer Spange bei Patienten mit einfachen bis mittleren Fehlstellungen der Frontzähne liegt zwischen drei und neun Monaten“, sagte Jo. Für die Mundhygiene ist auf jeden Fall mehr Zeit einzuplanen. Auch ist das Ergebnis nach Behandlungsende dauerhaft zu sichern, damit sich die Zähne nicht wieder in die alte Situation zurück verschieben. Zu diesem Zweck gibt es sogenannte Retainer. Diese werden von hinten auf die Zähne geklebt.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 25.09.2015 - 21:27 Uhr
Kategorie: Medikamententester News