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Spinnenangst lässt sich morgens wirksamer bekämpfen


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Die am häufigste vorkommende Phobie ist hierzulande die Angst vor Spinnentieren. In einer Studie haben deutsche Forscher nun herausgefunden, dass bei den Therapien, die am Morgen stattgefunden haben, deutlich wirksamere Erfolge sichtbar wurden. Vermutlich gibt es da einen Zusammenhang mit einem höheren Cortisol-Spiegel am Morgen.

Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen, die an der Saar-Universität eine Studie über Spinnenangst durchgeführt haben. Am besten lässt sich diese Angststörung morgens behandeln, da ist sie wirksamer als in den Abendstunden. Der Grund dafür wird darauf zurückgeführt, dass beim Menschen der Cortisol-Spiegel morgens höher ist. Cortisol ist ein körpereigenes Hormon und fördert Lernprozesse. Der menschliche Körper schüttet es morgens in viel größeren Mengen aus als abends. In einer afp-Meldung erklärt die Psychologin aus Saarbrücken, Johanna Lass-Hennemann, dass Cortisol in der Lage sei, verstärkt auf Lernprozesse und auf das Gedächtnis einzuwirken und Psychotherapie sei auch ein Lernprozess.

Für die Studie haben die Wissenschaftler aus Saarbrücken 60 Probanden behandelt. Sie alle litten unter einer Spinnen-Phobie, die Therapiesitzung dauerte jeweils drei Stunden. Die eine Hälfte der Probanden bekamen eine Therapie am Morgen zwischen 8 und 11 Uhr, die andere Hälfte am Abend zwischen 18 bis 21 Uhr. Nach einer Woche sowie nach 3 Monaten fand erneut ein Verhaltenstest statt. Dabei wurde überprüft, inwieweit eine Besserung der Phobie eingetreten ist. Die Probanden bekamen den Auftrag, sich einem Terrarium mit einer großen Spinne zu nähern.

Vor der Therapie war es einigen Probanden unmöglich, den Raum zu betreten, in dem sich das Terrarium mit der Spinne befand. Aber nach der Therapie, so erklärte Lass-Hennemann, waren viele Probanden so mutig gewesen, das Terrarium zu öffnen und dabei sogar die Spinne auf ihre Hand zu nehmen. Der Behandlungseffekt war nach 1 Woche und sowohl auch nach 3 Monaten bei den Probanden, die morgens eine Therapie erhielten, deutlich höher. Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse der Psychologinnen Prof. Tanja Michael und Lass-Hennemann in der Fachzeitschrift „Behaviour Research and Therapy“. Den Psychologen nach sei noch nicht geklärt, ob sich mit ihrem Resultat auch komplexere psychische Störungen wie eine Panikstörung oder eine soziale Phobie behandeln lassen.

Unter Angststörungen leiden hierzulande viele Menschen. Die Betroffenen fürchten sich vor zahlreichen Dingen oder auch Umständen, beispielsweise vor Spinnen, Schlangen oder auch vor großen Höhen. Diese psychische Erkrankung kommt in Deutschland am häufigsten vor. Eine Spinnenphobie ruft Situationen, die Angst erzeugen, hervor: Vorstellungen, denken an …, Fotos oder auch realer Anblick von Spinnentieren. Bei den Betroffenen stellt sich ein Gefühl der Hilflosigkeit und einer Unkontrollierbarkeit ein verbunden mit körperlichen Symptomen, die anderen Angstzuständen gleichen.

Dazu gehören zitternde Hände oder Beine, Schweißausbrüche, trockener Mund, Ekelgefühle, die mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein können, ein Kloß im Hals, Herzrasen und Schwindel. Häufig werden Phobien mit psychotherapeutischen Verfahren behandelt, es stellt sich eine Verminderung ein oder die Phobie ist ganz verschwunden. Bewährt haben sich auch Behandlungen der Ängste mit tiefenpsychologischen Verfahren, Hypnosetherapien und Verhaltenstherapien.

 


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 27.07.2014 - 13:32 Uhr
Kategorie: Medikamententester News