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Unerwünschte dicke Beamte


Zollernalbkreis. Es ist kaum zu glauben, aber der Amtsarzt prüft tatsächlich den Beamtenanwärter auf das Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße. Der Body Maß Index (BMI) muss stimmen. Und das wird manchem zum Verhängnis, der gern Beamter werden möchte.

Der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes Friedrich Piontek weist auf diverse gesetzliche Regelungen, Verwaltungsvorschriften und Verordnungen hin. Bei Personen, die die Beamtenlaufbahn einschlagen wollen, wird von dem jeweiligen Dienstherr die fachliche und gesundheitliche Eignung überprüft. Diese stellt die amtsärztliche Einstellungsuntersuchung fest. Dabei soll nicht nur beurteilt werden, ob der Anwärter gesundheitlich den Aufgaben gewachsen ist. Es gehört auch eine medizinische Prognose dazu, ob die gesundheitliche Eignung  bis zur gesetzlichen Pensionierung gewährleistet ist.

Piontek erläutert folgendes: Von medizinischer Seite soll beurteilt werden, ob der Anwärter der Beamtenlaufbahn auch gesundheitlich dazu fähig ist, die der Laufbahn typischen Aufgaben zu erfüllen und ob auf Grund seines derzeitigen Gesundheitszustandes auch zukünftige Erkrankungen, die eine vorzeitige Pensionierung auslösen könnten, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Frage kommen.

Im Rahmen seines Ermessensspielraumes berücksichtigt der Dienstherr dieses amtsärztliche Zeugnis bei seiner Entscheidung. So kommt er bei diesem Verfahren seinen Fürsorgepflichten erstens gegenüber dem späteren Beamten und zweitens dem Steuerzahler nach.

Im amtsärztlichen Zeugnis steht dann beispielsweise „Keine Bedenken gegen eine Übernahme ins Beamtenverhältnis“ oder „Bedenken“ oder „Während der Beamtenzeit bis zur Pensionierung ist mit vorzeitiger Dienstunfähigkeit nicht zu rechnen“ oder „Ist zu rechnen“. Es kann im Zeugnis auch eine Wiederholungsuntersuchung in einem bestimmten Zeitraum empfohlen werden.

Nach der Untersuchung werden mit dem Beamtenanwärter sein gesundheitlicher Zustand beziehungsweise gesundheitliche Risiken besprochen. So ist in vielen Studien bewiesen worden, dass Präadipositas (BMI 25 – 29,9) sowie Adipositas (BMI 30 und höher) sich in der Leistungsfähigkeit und im Gesundheitszustand  bemerkbar machen. Besonders Übergewicht in Verbindung mit weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Veränderung des Blutfettspiegels, verminderter Insulinsensibilität und Ähnlichem kann, wenn nicht behandelt, zu Diabetes oder schwerwiegenden Herzerkrankungen führen.

Bis zu einem gewissen Grad sind Präadipositas und Adipositas von dem Betroffenen beeinflussbar, indem er sein Ernährungs- und Bewegungsverhalten ändert und so der BMI gesenkt werden kann. Sind die Adipositasformen sehr ausgeprägt, bedarf es zusätzlicher medizinischer Intervention. Die Anzahl der Beamtenanwärter, die nicht angenommen werden, dürfte allerdings niedrig sein, da Adipositas und Übergewicht beeinflussbar sind.

Je nach Alter und Geschlecht beträgt der Normalwert des BMI bei Personen von 19 Jahren bei 19 – 25 und ist mit dem Alter ansteigend. Ab BMI 25 wird von Übergewicht gesprochen und ein BMI unter 19 bedeutet Untergewicht.

Aktuell gelten folgende Werte:

BMI 35 und größer: keine Verbeamtung (in der Regel)

BMI 30 bis 35: Bedenken, Risikofaktoren sind zu berücksichtigen

Kleiner als BMI 30: Verbeamtung möglich

Der „Adipositaserlass“ von 2005 für Bundesbeamte verfährt nach diesem Prinzip.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 31.01.2012 - 18:09 Uhr
Kategorie: Medikamententester News