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Unfall nach Medikamententest in England


Der Fall "England"

Am 13.März 2006 kam es zu einem der schwersten Zwischenfälle in der Geschichte von Medikamententests am Menschen, bei dem 6 Probanden lebensgefährlich verletzt wurden, 2 davon lange Zeit im Koma lagen. Im englischen London kam es um 8.00 Uhr vormittags im Northwick-Park-Krankenhaus zu einem Gau, den die Probanden und dessen Angehörigen so schnell sicher nicht vergessen.

6 Probanden bekamen eine Dosis der Antikörper vom Typ TGN1412 gespritzt, zwei der insgesamt 8 Probanden erhielten glücklicherweise nur ein Placebo. Minuten später konnten sich die 6 Männer vor Schmerzen nur noch krümmen, rissen sich teilweise die Kleider vom Körper. Sowohl Nacken und Kopf der Probanden waren beängstigend angeschwollen, teilweise um das 2-3fache. Sofort wurden alle Personen auf die Intesivstation verlegt.

Völlig unvorhersehbare Folgen

Es gab keinerlei Anzeichen darauf, dass diese Antikörper solche gravierend negative Sympthome hervorrufen könnten. Selbst die deutsche Entwicklungsfirma TeGenero aus Würzburg ist völlig ratlos. Dabei begann die Forschung an den Immuneiweißen vor 10 Jahren recht vielversprechend. Das Eiweiß konnte ohne Mithilfe von Molekülen die T-Zellen des Immunsystems aktivieren. Früher ging man davon aus, dass dafür 2 Signale notwendig waren. Zahlreiche Tests an Ratten verliefen sehr positiv und ohne Nebenwirkungen.

TGN1412 war auch für Tests in Deutschland geplant. Da die Mühlen der deutschen Behörden aber sehr langsam mahlten, kam der Vorfall dem Einsatz zuvor, in diesem Fall glücklicherweise. Auch wenn der Fall schockierend war, so ist es dennoch ein Einzelfall. In Anbetracht der unzähligen bereits durchgeführten Studien weltweit, kann man dennoch behaupten, dass Medikamentenstudien ziemlich sicher sind.


Von: Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 10.02.2007 - 22:21 Uhr
Kategorie: Medikamententester News