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Untersuchungen zum Gedränge bei Menschenansammlungen


In der Zeit vom 19. bis 22. Juni sollen im Forschungszentrum Jülich die bisher größten Experimente ihrer Art durchgeführt werden. Dazu werden auf dem Messegelände in Düsseldorf täglich die Bewegungen von bis zu 1.000 Passanten aufgezeichnet, um daraus Gesetzmäßigkeiten zur Eigendynamik in großen Menschenansammlungen abzuleiten. Damit soll die Sicherheit bei Großveranstaltungen erhöht werden. Für dieses Projekt werden noch Teilnehmer gesucht.

Die größten Gefahren für Besucher von Sportveranstaltungen oder Konzerten gehen nicht von äußeren Katastrophen wie z. B. einem Brandausbruch aus, sondern vom Menschengedränge. Immer wieder geschehen auf solchen Veranstaltungen Unfälle durch außer Kontrolle geratene Menschenmassen. Man denke nur an die Loveparade in Duisburg, bei der 21 Menschen erdrückt wurden.

Zum besseren Verständnis, um solche Unfälle zukünftig verhindern zu können, werden auf dem Düsseldorfer Messegelände Experimente von Forschern des Jülich Supercomputer Centre (JSC) durchgeführt. Mitte Juni werden sich dort auf engem Raum bis zu 1.000 Fußgänger bewegen. Mit einer speziellen Videotechnik wird dabei der Laufweg jedes Einzelnen aufgezeichnet. Für die Durchführung dieser Experimente werden bis zu 2.400 Probanden benötigt, deren Mitarbeit mit 50 Euro pro Tag vergütet wird.

Dabei sollen die Probanden unterschiedliche Wege abgehen, spezifische Szenarien nachstellen, wie z. B. das Gedränge an Ein- und Ausgängen. Die Forscher wollen damit das Entstehen eines Fußgängerstaus erkennen, wie und wann daraus ein Gedränge wird und nach Möglichkeiten suchen, diese Ströme sicherer zu lenken, etwa durch Geländer, gezielte Anweisungen oder Absperrungen.

Da bei den Untersuchungen auch die Verständigung in der Menschenmenge eine Rolle spielt, werden die Jülicher Wissenschaftler auch von Kollegen des Medienforschungsinstitutes der Universität Siegen unterstützt. Eine Messehalle in Düsseldorf steht für die Experimente dankenswerterweise zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „BaSiGo-Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ mit 5,5 Mio. Euro. Die in diesem Projekt tätigen 17 Partner aus Industrie, Forschung, Polizei und Feuerwehr erarbeiten vielfältige Konzepte zur Sicherheit von Großveranstaltungen. Dazu gehören u. A. die Fachkräfte-Ausbildung oder die Art der Ausstattung des Veranstaltungsortes. Mit Hilfe des JSC möchte man Modelle entwickeln, um per Computer Szenarien durchzuspielen und somit Unfälle voraussehen zu können. Die in der Messe Düsseldorf gewonnenen Daten sollen dazu beitragen.

Das 2011 abgeschlossene Vorgängerprojekt „Hermes“ nutzt mit seinen Erfahrungen in großem Maße dem Forschungszentrum Jülich beim aktuellen Vorhaben. Per Simulation war es damals den Forschern gelungen, Ort und Zeitpunkt von Stauungen um 15 Minuten vorherzusagen.

Weiterführende Informationen und Anmeldung:

Anmeldung zu den Terminen Mittwoch, 19. Juni; Donnerstag, 20. Juni und Samstag, 22. Juni ist ausschließlich möglich über das

Anmeldeformular unter: www.fz-juelich.de/basigo-experimente


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 15.06.2013 - 11:39 Uhr
Kategorie: Medikamententester News