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Vor Urlaubsantritt an Zeckenschutz denken


Endlich Ferien! Schnell die Koffer packen und ab geht´s. Viele deutsche Urlauber denken nicht daran, ihren Impfschutz zu überprüfen. Denn auch im Urlaub lauern Gefahren … und wenn es auch nur eine kleine Zecke sein sollte als Überträger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Mit einer FSME-Impfung wird ein sicherer Schutz vor der Erkrankung erzielt. Vor Antritt der Urlaubsreise sollte der Impfausweis überprüft werden.

Niemand möchte im Urlaub krank werden und man sollte deshalb rechtzeitig vorbeugen. Das betrifft Fern- und Europareisen, aber auch Reisen im Inland. Eine rechtzeitige medizinische Beratung, einschließlich Impfprophylaxe gehört bei Fernreisen inzwischen zum Standard. Vernachlässigt wird dagegen die Gesundheitsvorsorge bei Touristen im eigenen Land oder innerhalb Europas.Gerade bei einem geplanten Urlaub, bei dem man sich viel im Freien aktiv betätigt, sollte der Impfschutz gegen FSME überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Die Risikogebiete für FSME liegen vor allem im Süden Deutschlands: Beinahe flächendeckend betrifft es den Freistaat Bayern und Baden-Württemberg. In den letzten Jahren wandern die Risikogebiete auch immer weiter nördlicher. Eine FSME-Impfung wird auch für andere europäische Länder empfohlen. Das österreichische Centrum für Reisemedizin meldet, dass es beispielsweise in Österreich kein FSME-freies Bundesland mehr gäbe. Betroffen sind außerdem die Länder Tschechien, Slowenien, die Slowakei, Polen, Russland und die baltischen Staaten. FSME zählt zu den wichtigsten viralen Gehirnhautentzündungen Europas.

Für alle Reisen in Risikogebiete von FSME wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes eine Impfung angeraten. Einen saisonalen Schutz kurz vor Beginn der Reise kann man auch mit zwei Impfungen erzielen, die in einem Abstand von 14 Tagen erfolgen sollten. Bei Reisen in Deutschlands Risikogebiete übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die FSME-Impfung, bei Reisen ins Ausland auch fast alle Kassen.

Außer FSME können Zecken noch eine weitere Krankheit auslösen, die Borreliose (Bei NetDoktor mehr dazu). Von dieser auch von Zecken ausgelösten Erkrankung sind in Deutschland pro Jahr ca. 80.000 bis 100.000 Menschen betroffen. Auch hier genügt nur ein Zeckenstich von einer infizierten Zecke. Leider gibt es im Gegensatz zu FSME bisher keine Schutzimpfung für Menschen.

Ungefähr jede 3. Zecke ist in Deutschland mit Borreliose-Bakterien infiziert. Glücklicherweise führt nicht jeder Stich der Zecke zur Erkrankung, denn die Erreger benötigen ca. 24 Stunden, um in den menschlichen Körper aus dem Zeckendarm zu gelangen. Hat eine Zecke zugebissen, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Den kleinen Blutsauger zieht oder dreht man mit Hilfe einer Pinzette, Zeckenzange oder –karte ganz langsam und vor allem vorsichtig aus der betroffenen Hautstelle. Die Drehung, rechts- oder links, ist unwichtig. Hauptsache, die Zecke wird nicht zerquetscht.

Allen Menschen wird empfohlen, wenn sie sich viel in der Natur aufhalten, egal ob im eigenen Land oder auswärts, sich beizeiten über die Risikogebiete von FSME zu informieren und sich gegebenenfalls vom Arzt eine Schutzimpfung geben zu lassen. So kann der Urlaub entspannter gestartet werden.


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 30.06.2014 - 17:30 Uhr
Kategorie: Medikamententester News